Man nehme ein altes Gerät. Nutze drei Monate Zeit. Investiere 480 Arbeitsstunden sowie 3000 Euro Materialkosten. Heraus kommt ein neuer Lichtmast. So geschehen in Aschach bei der Freiwilligen Feuerwehr. Dort haben Kommandant Marcus Kolb, Simon Wiegand und Ivo Kirchner aus einer alten, zur Verschrottung geplanten Lichtanlage ein neues Einsatzgerät geschaffen - mit Scheinwerfern, die in neun Meter Höhe und mit einer Kraft von mehreren tausend Volt strahlen. Es ist die dritte ihrer Art im Landkreis, die anderen beiden Lichtanlagen stehen in Kothen und Euerdorf.
Nun wurde der neue, restaurierte Lichtmast bei einem kleinen Fest von Diakon Franz Hay und der evangelischen Pfarrerin Christel Mebert gesegnet und somit seiner Bestimmung übergeben. "Euer Einsatz ist unbezahlbar. Ihr verdient unsere Anerkennung", lobte Zweiter Bürgermeister Andreas Sandwall das Engagement der Aschacher Floriansjünger. "Zudem habe ich großen Respekt vor den Leuten, die den Umbau erledigt haben", fügte er, an die drei Tüftler gewandt, hinzu. Schließlich weiß Sandwall, der hauptberuflich das Kommunalunternehmen Abfallwirtschaft des Landkreises leitet, wie der Lichtmast vor der Restaurierung aussah.
Das Gerät stammt von der Mülldeponie in Wirmsthal. "Dort war es ursprünglich angeschafft worden, um kleinere Brände, die früher immer mal auftraten, auszuleuchten", erklärt er. Inzwischen war der Lichtmast ebenso wie ein zweiter in die Jahre gekommen und wäre wahrscheinlich verschrottet worden.


Zufallsfund

Doch dann fragte zu Jahresbeginn der Aschacher Kommandant Marcus Kolb an, der zufällig auf die beiden alten Geräte aufmerksam geworden war. Schnell wurde man sich über die Schenkung einig, so dass die Aschacher Floriansjünger die beiden alten Lichtmaste Anfang März abholen konnten. "Am 31. März haben wir damit begonnen, einen zu zerlegen", berichtet Kolb. Doch das gestaltete sich anfangs schwieriger als gedacht, denn es gab keine Papiere, keine Gebrauchsanweisung, einfach nichts. Anhand des Kaufbeleges konnten die drei Tüftler schließlich einige technische Daten herausfinden, besorgten daraufhin neue Bremsen, Dämpfer, Zylinder und, und, und.


Wieder wie neu

Inzwischen ist der Umbau so gut wie abgeschlossen, sieht der Lichtmast wieder aus wie neu. "Wir wollen ihn jetzt nur noch ein wenig tunen", erklärte der Kommandant, damit die Scheinwerfer noch etwas heller strahlen. Bleibt letztlich noch die Frage: Wozu brauchen die Feuerwehrleute so einen Lichtmast? "Wir können damit einen Einsatzort bei Dunkelheit ausleuchten oder beispielsweise den alten Aschacher Sportplatz, damit ein Rettungshubschrauber dort landen kann", erklärt Horst Krapf, der Vorsitzende des Aschacher Feuerwehrvereins. "Aber auch der Markt Bad Bocklet profitiert davon", fügt Bürgermeister Sandwall hinzu. Denn der Lichtmast könne für Veranstaltungen, beispielsweise im Bad Bockleter Kurpark, genutzt werden. Zum Abschluss der feierlichen Segnung wurde die Anlage in Betrieb genommen. Doch da die Sonne kräftig strahlte, blieb deren Leuchten fast unbemerkt.
Ganz anders sah es mit dem neuen Rettungssatz für die Technische Hilfeleistung (THL) aus, der am Samstagnachmittag ebenfalls gesegnet und an die Floriansjünger übergeben wurde. Denn die Aschacher Feuerwehrleute demonstrierten bei einer Schauübung, wie sie diesen samt Schere und Spreizer bei einem verunglückten Pkw einsetzen.


Auto zerlegt

Das hatten sie in den vergangenen Wochen intensiv geübt und erst am Samstagvormittag bei der entsprechenden THL-Leistungsprüfung bewiesen. Obwohl sie mit ganz neuem Gerät arbeiteten, klappte die Vorführung sehr gut. Das Zerlegen des alten Autos wurde von zahlreichen Zuschauern verfolgt.
Die Anschaffung des neuen THL-Rettungssatzes war notwendig geworden, da der alte nicht mehr umfassend funktionierte. Fast 30 Jahre hatte er gute Dienste geleistet, zunächst bei der Patenwehr in Bad Kissingen, ab Juni 2008 in Aschach. Zuletzt war er nur noch begrenzt einsatzfähig. "Wir hatten im vergangenen Jahr einen schweren Unfall. Dabei sind wir gescheitert", erinnert sich der Kommandant. Außerdem seien nun Kunststoffkarossen im Kommen. "Das Material ist zäh. Wir brauchen dafür auch neue Vorgehensweisen", fügte Kolb hinzu. Somit nahm der Markt Bad Bocklet die erforderlichen 22 000 Euro in die Hand und besorgte den neuen Rettungssatz. "Wir haben dafür auch noch 6000 Euro Förderung bekommen", erklärte Bürgermeister Sandwall. "Es ist wichtig, dass wir modernes Gerät haben", bedankte sich KBR Benno Metz bei der Gemeinde für die Investition. Denn damit könne man den Menschen rasch helfen. "Und mit dem Segen Gottes, lässt es sich beruhigter zum Einsatzort fahren", fügte er hinzu.