Arthur Kiesel ist bereits seit 70 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr Reiterswiesen. Sein Sohn Albrecht wurde jetzt zum Ehrenkommandant ernannt.
Der Weltkrieg ist gerade zu Ende gegangen, da trat Arthur Kiesel im Oktober 1945 mit 18 Jahren in die Feuerwehr Reiterswiesen ein. Der damalige Kommandant August Renninger meinte: "Dich brauchen wir", und damals konnte man einer Respektsperson so etwas gar nicht abschlagen. Für seine Treue zur Reiterswiesener Wehr wurde Arthur Kiesel 1995 zum Ehrenmitglied ernannt. Mit Präsentkorb und Urkunde gratuliert Kommandant Bernd Ort dem bald 89-Jährigen: "Du warst ein Wegbereiter in der Nachkriegszeit, und wir haben Dir viel zu verdanken".
Verantwortungsbewusstsein, Pflichtgefühl und Einsatz prägten auch die Feuerwehraufbahn seines Sohnes Albrecht. Auch er zog schon mit 18 Jahren den Feuerwehrrock an. Die Stufen der Karriereleiter stieg Albrecht allerdings einige Sprossen höher als sein Vater. Vier Jahre später wurde er zweiter Kommandant und musste schon im Alter von 26 den plötzlich verstorbenen Kommandanten Rudi Greubel ersetzen. Fünfzehn Jahre blieb Kiesel Vorstand und erster Kommandant. 1993 wurde er zum Kreisbrandmeister ernannt, 2008 beendete er seine überörtliche Feuerwehrkarriere als Kreisbrandinspektor und wurde ein Jahr später mit dem Steckkreuz des Feuerwehr Ehrenkreuzes ausgezeichnet.
"Dein Name bleibt mit der Einführung des Atemschutzes, dem neuen Löschfahrzeug, vor allem aber mit dem Neubau des Feuerwehrhauses in Verbindung", gratulierte Kommandant Bernd Ort: "Ohne dich wäre die Reiterswiesener Wehr nicht das, was sie heute ist". Mit der Figur des Heiligen Florian dankte Ort seinem ehemaligen Vorgänger. Die stehenden Ovationen der Versammlung berühren den gesundheitlich angeschlagenen neuen Ehrenkommandanten sichtlich.


Beeindruckende Leistungsbilanz

Die Rechenschaftsberichte der Vorstandschaft zeigten eine straff organisierte Wehr, die mit 71 Aktiven in vier Löschgruppen, je einer Maschinen- und Atemschutzgruppe und einer beachtlichen Jugendgruppe gut aufgestellt ist. Eine Damen und Seniorengruppe ergänzen das breit gefächerte Vereinsleben der 252 Mitglieder. Darüber hinaus trägt die Blaskapelle den guten Ruf der Wehr weit über den Landkreis hinaus, wie Kreisbrandrat Benno Metz feststellt.
Die Musiker umrahmten auch den Gottesdienst in der St. Laurentiuskirche vor der Versammlung, dafür dankte Pfarrer Gerd Greier ganz herzlich, und gestalten in der vollbesetzten Gerätehalle die Ehrung für die verstorbenen Kameraden zu einem eindrucksvollen Gedenken.
75 Mal traf sich die Wehr zu Übungen. Auf den Knopf für Blaulicht und/oder Martinshorn bei Einsätzen wurden 37 mal gedrückt. Stellvertretender Kommandant Tobias Dittrich listete das umfangreiche Jahresprogramm auf und Lothar Kiesel zeigte als Jugendwart Bilder vom engagierten Nachwuchs. Als Kassier stellte er einen gesunden Rückhalt der Finanzen vor, der aber in Anbetracht großer Vorhaben im nächsten Jahr auch geboten sei.


Anbau wird 2017 fertig

Stadtrat Richard Fix lobte in Vertretung des Oberbürgermeisters die Reiterswiesener für den umsichtigen Einsatz beim Chemieunfall in der Theresienstraße. Nicht zuletzt, weil Übungs- und Gruppenraum für die Jugend fehlt, ist ein Anbau an das Gebäude notwendig geworden, den die Wehr bisher schon mit über 100 freiwilligen Stunden unterstützt hat, sodass der Stadtsäckel voraussichtlich nur mit den genehmigten 40 000 Euro dafür gerade stehen muss.
Schön, dass die Ernennungen, Auszeichnungen und Ehrungen nicht nur als Pflichtübung vorgetragen, sondern mit Bildern und kleinen Ansprachen persönlich gestaltet wurden. Alle erhoben sich von den Sitzen, als Vorstand Ort eine Sonderehrung für Engelbert Vogel parat hat, Ludwig und Thomas Kiesel das Dienstaltersabzeichen für 40 Jahre überreichte, Georg Renninger und Rudi Kiesel für 50 Jahre Mitgliedschaft im Feuerwehrverein ehrte und Kassier Lothar Kiesel das Dienstabzeichen als Löschmeister überreicht bekam.