Der provisorische Kreisel bei Großenbrach ist am Mittwoch wieder abgebaut worden. Ein halbes Jahr lang wurden Autofahrer auf ihrem Weg zum Einkaufen, zur Arbeit oder auf dem Nach-Hause-Weg durch den "Kreisel auf Probe" geleitet. Jetzt sollen die Erfahrungen, die der Testbetrieb gebracht hat, als Grundlage für eine Lösung dienen. Bis die kommt, wird es allerdings noch dauern.

Die Ausgangslage war klar: Fußgänger und Fahrradfahrer sollen sicher auf der gegenüberliegenden Straßenseite ankommen und: Autofahrer sollen am Ortsausgang in Richtung Kleinbrach künftig langsamer unterwegs sein. Im Frühjahr wurde deshalb an der Kreuzung vor dem Großenbracher Gewerbegebiet "Mangelsfeld" ein sogenannter "Lego-Kreisel" aufgebaut: Elemente, die im Steck-System rasch installiert und schnell wieder abgebaut sind. Nach dem Probebetrieb ziehen Gemeinde, Polizei und das Staatliche Bauamt Bilanz.

"Wir haben den Effekt erreicht: Es ist langsamer gefahren worden", sagte Matthias Wacker vom Staatlichen Bauamt nachdem die sechs Straßenbauarbeiter am Mittwochvormittag den Kreisel abgebaut und auf ihrem Lkw verladen hatten. Auch zweiter Bürgermeister, Andreas Sandwall, zeigte sich zufrieden: "Die Leute waren gezwungen, abzubremsen und aus dem Gewerbegebiet heraus ist ein guter Fluss entstanden." Allein von der Firma "Labor L+S", ein direkter Nachbar, rollen jeden Tag morgens wie abends 400 Pkw über die Kreuzung, dazu mindestens 100 Lieferanten, sagt Werner Wohnhas, Vorsitzender des "L+S"-Aufsitztsrats. Für alle Linksabbieger eine gefährliche Angelegenheit, meint er. Zudem dauert es länger. Eine Kreisel-Lösung vor dem Gewerbegebiet - für Werner Wohlhas "unverzichtbar". Aber bitte einen "richtigen".


Auffahrunfall und Linksabbieger

Immer wieder hat das Provisorium auf der Kreuzung bei Autofahrern für Irritationen gesorgt. "Die Leute haben sich nicht an die Straßenverkehrsordnung gehalten", sagt Matthias Wacker. Trotz Beschilderung waren einige mit der Situation überfordert: "Viele hatten einfach die Kreuzung im Kopf." Ein Auffahrunfall ist während des vergangenen halben Jahres innerhalb des Kreisels passiert, zweimal hat es gescheppert, weil Autofahrer die Vorfahrt missachtet hatten, sagt Lothar Manger von der Polizeiinspektion Bad Kissingen.


Nur mit großer Mittelinsel

Die Konsequenz für die weiteren Planungen: Sollte ein Kreisel kommen, dann mit einer "ausreichend großen und gut sichtbaren Mittelinsel", sagt Matthias Wacker. In den nächsten Monaten sollen die Überlegungen und Pläne konkret werden. Ob ein Kreisel statt der Kreuzung die beste Lösung ist, soll bis zum Frühjahr geklärt sein.

Für Andreas Sandwall steht schon jetzt fest: "Der Kreisel ist zu befürworten." Auch Matthias Wacker meint: "Mit einem Kreisel wären alle Ziele erreicht." Ob und wie schnell er kommen könnte, ist nicht sicher. 2018 peilen die beiden Herren für die "Ausführung" - wie auch immer sie aussehen wird - an. Abhängig ist das auch von Grundstückseignern rund um die Kreuzung. Für einen Kreisel bräuchte es mehr Platz. Ganz so groß wie der bei Aschach ein paar Kilometer weiter soll er aber nicht werden, meint Matthias Wacker. Hauptsache es gibt zeitnah eine Lösung, meint Werner Wohlhas von "L+S". Bis es soweit ist, können sich Autofahrer schon mal an ein neues Schild gewöhnen. Ab heute sollen die Autofahrer mit höchstens mit Tempo 70 auf die Kreuzung zufahren.