In den letzten Jahrzehnten sind die Arbeitszeiten in der Landwirtschaft ungefähr gleich geblieben. An andere Stelle hat sich jedoch einiges getan. Ein Problem der Landwirtschaft ist, dass die Betriebe gezwungen sind zu expandieren. "Wachsen oder weichen", sagt Landwirt Edgar Dömling (Münnerstadt). Irgendwann sei das aber nicht mehr machbar, weil es nicht genügend Land gebe.
Trotz der schwierigen Situation gibt es viele junge Menschen, die sich im landwirtschaftlichen Bereich ausbilden lassen. "Die Klassen der Berufsschule sind gut gefüllt", sagt Jungbauer Daniel Kiesel (Reiterswiesen). Viele interessierten sich dabei für die Technik, wobei nicht alle das Ziel verfolgen einen eigenen Betrieb zu führen.

Die moderne Ausbildung

Kiesel selbst macht gerade an der Schweinfurter Landwritschaftsschule seinen Abschluss als Landwirtschaftsmeister. Neben Pflanzen- und Tierproduktion werden dort Betriebswirtschaftslehre, Buchführung und Berufsausbildungs- und Mitarbeiterführung gelehrt. Des Weiteren stehen Maschinenkunde, GPS-Technik und "Smart-Farming" (das bedeutet Digitalisierung der Arbeitswelt) auf dem Lehrplan, denn: Vieles wird heute über Computer gesteuert, Feldstücke werden beispielsweise per Satellit vermessen.

Ist man da noch Bauer?

Bei so viel Wirtschafts- und Computertechnik: Fühlt sich ein Jungbauer da noch als Landwirt oder als Unternehmer? "Beides", sagt Kiesel, "der Beruf ist Landwirt, aber wenn man Betriebsleiter ist, muss man schauen, dass am Ende des Jahres ein Ergebnis erzielt wurde, das für die Lebenshaltung der Familie ausreicht und Ersatzinvestitionen ermöglicht." Die betriebswirtschaftliche Arbeit sei dabei genauso wichtig wie die landwirtschaftliche.

Blick in die Zukunft

Georg Scheuring vom Bayrischen Bauernverband sieht die Zukunft der Bauern als große Herausforderung. "Früher stand die Produktion im Vordergrund", sagt er, "heute geht es auch um umweltverträgliche Pflanzenproduktion und tiergerechte Haltung." Daniel Kiesel sieht die Probleme auch an anderer Stelle. "Ich denke, dass die Landwirtschaft in Zukunft mehr Ansehen in der Gesellschaft bekommen müsste", sagt er. Weiter sollte es zukünftig gerechtere Preise geben, damit nicht nur Spekulanten und der Handel verdienen. Schließlich leben von und mit der Landwirtschaft ganze Wirtschaftszweige - im vor- und nachgelagerten Bereich. "Dieser gesellschaftliche Nutzen der Landwirtschaft wird zu wenig gewürdigt", meint Kiesel.