Seit 21 Jahren bringen die Mitglieder des FC zumeist im Zwei-Jahres-Rhythmus Theaterstücke auf die Bühne. Das letzte Mal traten sie aber vor drei Jahren auf, weshalb das Publikum auf die neue Vorstellung gespannt war.
"Ich freue mich, dass auf dieser Bühne in heimischer Mundart gesprochen wird", sagte Zuhörerin Karina Gärtner aus Thulba. Der Schwank "Dreistes Stück im Greisenglück" war teilweise auf örtliche Verhältnisse umgeschrieben worden. Artur und Birgit Pfeuffer begrüßten die kleinen Sticheleien, die von der Bühne auf die Region regneten. "Für Laien ist es eine tolle Leistung", meinte Bernhard Reinisch aus Hetzlos, der für den Theaterbesuch die Fahrt durch den Schnee nicht gescheut hatte.
Er und die anderen Zuschauer sahen, wie sich Opa Brunnerschön (Peter Brunner) im Heim gegen das strenge Regime des Oberpflegers (Melvin Beck) wehrt. Zimmernachbar Opa Paul (Robert Röthlein) und die schwerhörige Oma Bücheler (Monika Adler) lehnen sich ebenfalls auf.
Stress machen Opa Brunnerschön aber auch seine eigenen Kinder: Die Söhne Josef (Michael Hüfner) und Hermann (Andreas Heilmann) sowie Schwiegertochter Berta (Anja Heilmann) wollen abkassieren. Sie betätigen sich als Erbschleicher und wollen den Vater noch auf dem Krankenbett zur Unterschrift unter das Testament zwingen. Dieses würde sie zu Alleinerben machen. Zum Glück gibt es auch Menschen, die Opa Brunnerschön gut gesonnen sind: Enkelin Karin (Selina Neder) und ihr Rocker-Freund Simon (Stefan Gerlach) sowie die türkische Putzfrau Fatma (Rita Scholl).
"Wir alten Leute wollen in Frieden leben und nicht wie in einem Kriegsgefangenenlager", bringt es Opa Brunnerschön auf den Punkt. Und der überteuerte Fußpflege- und Massagedienst erinnert den Opa an das Bad Kissinger Lustgewerbe.
Die Bierflaschen sind an mehreren Stellen des Heimzimmers versteckt. Der Schnaps wird zur Tarnung aus dem Uringlas getrunken. Die Tablettenration landet unter dem Blumenstock. Fatmas Putzwagen wird zum Transportauto umfunktioniert, aber auch ein Rollator und ein Bobby-Car kommen zum Renneinsatz. Schließlich ergreift die Alten das Rockfieber. Gemüter treffen handgreiflich aufeinander: Für solches Spektakel gab es Szenenapplaus.
"Es ging uns darum, ein unterhaltsames Stück zu haben", sagte Helmut Scholl, der zusammen mit Peter Brunner Regie führte. Die Rollen sollten für die elf Laiendarsteller gut spielbar sein. Lokale Bezüge wie zum Beispiel auf ein altes Lebensmittelgeschäft oder ein Heim seien in engen Grenzen geblieben. "Der Spaß am gemeinsamen Theaterspiel hält uns zusammen", erklärte Brunner. Seit September sei geprobt worden. Auf das Stück habe sich die Gruppe Monate zuvor in gemeinsamer Runde geeinigt.