Noch Ende dieses Monats soll darüber beraten werden, wer den Zuschlag für das "Mountainbikeprojekt Rhön" bekommt. Der Verein Naturpark- und Biosphärenreservat Rhön will in der Region ein Streckennetz für Mountainbiker aufbauen und etablieren. Das soll vor allem Touristen anlocken. Inzwischen hat der Träger das Projekt ausgeschrieben und sich Angebote von Firmen eingeholt, die ein Konzept entwickeln sollten - mit vielversprechenden Vorschlägen.
Vor einem halben Jahr kam das "Go" aus dem Landratsamt. Der Wirtschafts- und Umweltausschuss stand hinter den Plänen. Kreisentwickler Jürgen Metz ist selbst Mountainbiker und hat das Projekt angestoßen. Er sieht viel Potenzial in der Gegend, die beste Voraussetzungen habe, den Biker von heute in die Region zu ziehen.


Bestandsaufnahme in der Rhön

Erst einmal gehe es darum: "Wie schaut die Infrastruktur im Moment aus", meint Jürgen Metz. Das Planungsbüro muss sich darüber Gedanken machen, welche Strecken bereits vorhanden sind und wie die in das Wegenetz einbezogen werden können. Ein Hauptweg und mehrere Themenwege sollen entstehen. Die sollen bestimmte Kriterien erfüllen, um Radfahrer zu überzeugen: Die Wege sollen möglichst wenig asphaltiert sein, eher schmal statt breit - und: "Man soll etwas sehen können." Das Land der offenen Fernen biete dafür schließlich die besten Voraussetzungen. Außerdem wurden von den Büros Vorschläge erwartet, wie sich umweltpädagogische Angebote einflechten lassen. Beschilderung, Wegführung via GPS, Marketing, geführte Touren - kreative Angebote waren gefragt, die gleichzeitig die Auflagen der Deutschen Mountainbike-Initiative erfüllen. Anfang November soll die Entscheidung fallen, mit welchen Firmen das Naturpark- und Biosphärenreservat zusammenarbeiten wird. Erst dann kann eine Leader-Förderung beantragt werden. Während der Konzeptphase soll der Eigenanteil des Landkreises nicht über 25 000 Euro liegen.


Gemeinden werden einbezogen

In ersten Gesprächen mit den Gemeinden und beteiligten Gruppen hat Jürgen Metz vor allem festgestellt: Unterstützung kommt, wenn die Betroffenen eingebunden werden. Das will der Kreisentwickler in jedem Fall und im nächsten Schritt auch die Allianzen ansprechen, in denen die Kommunen organisiert sind. Was ihn besonders freut, sind die Rückmeldungen aus der Bevölkerung. Hobby-Mountainbiker haben sich bei ihm gemeldet und auf ihre Lieblingsstrecken hingewiesen. Für ihn ein Zeichen: "Mountainbike ist ein Thema in unserer Region." Die einzigen, die sich gegen die Pläne geäußert haben, waren Vertreter der Staatsforsten. Auf diesen Flächen sollen die Wege hauptsächlich verlaufen. Die Förster sorgen sich um die Holzabfuhr aus dem Wald. Abgesehen von ihnen, hofft Jürgen Metz die betroffenen Privatwaldbesitzer von der Idee überzeugen zu können: "Wir werden versuchen aufzuklären." Ansonsten müsse man Strecken wohl umlegen oder aufgeben.
Jürgen Metz wünscht sich nicht nur die Unterstützung der Bevölkerung auf seiner Seite, sondern auch die von benachbarten Landkreisen. Immerhin ist das große Ziel, die Strecken außer in den Kreisen Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld auch in anderen Landkreisen der Rhön zu installieren.


Beide sollen sich achten

Dass es Probleme auf den Wanderwegen geben könnte, die von Radfahrern und Wanderern gleichzeitig benutzt werden sollen, glaub er nicht. Auf diese Sorge hat der Kreisentwickler eine knappe Anwort: "Gegenseitige Rücksicht."

Info:
Träger Der Verein Naturpark- und Biosphärenreservat Bayerische Rhön mit den beiden Landkreisen Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen ist Träger des Projekts.

Zertifikat Die Strecken sollen nach bestimmten Kriterien der Deutschen Initiative Mountainbike (DIMB) ausgebaut werden, damit die Wege von der offiziellen Stelle zertifiziert werden.

Förderung Die Anträge für das Leader-Projekt liegen schon vor. Sobald alle Beschlüsse eingeholt wurden und das Ergebnis der Ausschreibung vorliegt, wird über die Genehmigung entschieden.

Wege Die Strecken sollen zwischen 25 und 50 Kilometern lang werden. Auf der Route sollen landschaftliche und kulturelle Besonderheiten und Hütten zum Einkehren liegen. Mindestens zwei Einstiegsmöglichkeiten, einen Pausenplatz und eine Anbindung an eine benachbarte Route.