Geradezu atemlos folgte Darbietung auf Darbietung der Bühnenkünstler, denen bei aller Anstrengung stets die Freude an ihrem Beruf anzumerken war. Nicht nur Freunde der Artistik auch Liebhaber kubanischer oder karibischen Musik kamen voll auf ihre Kosten.
"Aire Concierto" so nennt sich eine erstklassige Live-Band, bestehend aus sechs Musikern, die mit südamerikanischen Klängen, Livemusik vom Allerfeinsten boten. Sie entführten rhythmisch brillant auf die Zuckerrohrinsel und konnten bei ihrer Hintergrundbegleitung auch mit jazzigen Exkursen beeindrucken.
So verschmolz die Musik der Band mit den Spitzenleistungen der Darsteller, die mehrfach in einem unterschiedlichen Genre einen Auftritt hatten. Furchtlose Artisten schwangen sich in schwindelerregender Höhe über die Köpfe der Zuschauer, bunte Tänzerinnen fegten mit viel Rhythmusgefühl und Leidenschaft über die Bühne und nebenbei speite ein Künstler seinen Feueratem wie ein Drache in einer meterhohen Fontäne gen Himmel.
Das Ensemble des Original Cuban Circus verstand es bestens, den Zuschauern ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Eine der Hauptattraktionen der Show war das "Trio de Contorción", drei anmutige Schlangenfrauen, deren Körper sich scheinbar mühelos in alle Formen biegen. Das Wort "Eleganz" beschreibt die anmutige Aura dieses grazilen Paares "Yianyi" wohl am Besten. Mit einer Leichtigkeit balanciert der junge Mann seine Partnerin auf einer meterhohen Vorrichtung. Akrobatische Glanzleistungen am Boden und eine ausdrucksvolle Balance-Performance auf einem, noch nie zuvor da gewesenem, Metalloktagon kennzeichneten das Duo Rodyal.
Nicht weniger faszinierend: ihre einzigartige Interpretation des Zirkusklassikers "The Doll" - Mensch oder Puppe? Ein Zirkus ohne Clown? Nicht auszudenken! Für den roten Faden vor der Kulisse eines kolonialen Herrenhauses sorgten die beiden Clowns von "Cuqui Y Nesti". Respektlos aber trotzdem charmant zogen sie immer wieder das Publikum in das Bühnengeschehen ein und demonstrierten mehrfach akrobatische Fitness bei ihren Vorführungen.
Eine fünfköpfige Truppe mit wahnsinniger Kraft und Kondition sind die "Geysers". In bunten Kostümen demonstrierten die Artisten, was alles beim Seilspringen möglich sein kann. Da hob man auch mit Partnerinnen auf der Schulter ab und lieferte unglaubliche Sequenzen. Ob bei ihren wagemutigen Stunts beim Seilspringen, den Tanzeinlagen zu exotischen Rhythmen, das Publikum war verzaubert von ihnen. Als Feuerschlucker par excellence trat "Suyinka" auf.
Zwei Stunden lang folgte Höhepunkt auf Höhepunkt. Dazu mitreisende Musik auf höchstem Niveau und eine einzigartige Bühnenshow. Schade, dass nur rund 150 Zuschauer den Weg ins Kurtheater fanden.