Das große Tor der Fliegerhalle war in desolatem Zustand. Wäre er nicht erneuert worden, hätte der Fliegerclub den Gemeinschaftshangar schließen müssen. "Es gab statische Probleme." Andreas Albert von der Segelfluggemeinschaft deutet auf einen morschen Balken. Fasst er ihn an, bröseln Stücke aus dem porösen Holz. "Den haben wir uns als Andenken aufgehoben", sagt er. "Wo letztes Jahr noch drei Männer schieben mussten, um das Tor aufzukriegen, schafft es jetzt ein Mann mit einer Hand."

Den Flugplatz Bad Kissingen in der Au nutzen drei Vereine, die zum Gesamtverein Fliegerclub Bad Kissingen gehören. Die 58 Mitglieder große Segelfluggemeinschaft hat seit September annähernd 1800 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet, um das Hallentor zu erneuern und den Tower von innen zu renovieren. Zuvor hatte außerdem die Stadt, die den Tower verpachtet, die Fassade neu gestrichen.

"Der Tower ist ein Aushängeschild für Bad Kissingen", betont Matthias Albert, Vorsitzender der Segelfluggemeinschaft. Innen überholten der Segelflieger den Kontrollraum für die Flugleitung und brachten den Sanitärbereich, den Unterrichtsraum für Flugschüler sowie den Vorbereitungsraum für Piloten auf Vordermann. Zusätzlich richteten sie einen Modellbauraum für den Jugendbereich ein und renovierten das Flugplatzcafé. "Im gleichen Zug haben wir einen Biergarten geschaffen", sagt Matthias Albert. Neben der Flughalle befindet sich jetzt ein Areal, auf dem der Café-Betreiber im Sommer Gäste bewirtschaften kann.

Seit Jahren werden im Fliegerclub Streitereien ausgetragen. Die sind laut Präsident Rudolf Schikora nicht beigelegt. "Leider gehen da die positiven Sachen unter", sagt er. Etwa, dass letztes Jahr die Flugzeuge des Fliegerclubs 1 900 Mal starteten, darunter 1 200 Mal die Segler. Oder, dass das mehr als 17 Meter lange Hallentor eine Eigenkonstruktion ist und dass die Segelflieger mit Norbert Kirchner einen Vizeweltmeister im Drachenflug unter sich haben. Die Segelflieger versuchen einen Neuanfang. "Wir wollen unserem Hobby nachgehen", sagt Matthias Albert. Der Verein will sich auf das Fliegen konzentrieren und an Bundesliga-Flügen teilnehmen. Andreas Albert stimmt zu: "Wir sind schon richtig heiß auf die Saison." 2015 steht ein weiteres Projekt an. Nach dem Hallentor muss das undichte Dach saniert werden. "Das ist der nächste Bauabschnitt", sagt Matthias Albert.