Knapp zwei Millionen Euro muss der Markt für den Um- und Neubau des Kindergartens ausgeben. Diese Summe wurde nicht erwartet. Bürgermeister Reinhard Hallhuber (CSU/Freie Wählergemeinschaft) und die Gemeinderäte hatten mit nur etwa 1,5 Millionen Euro gerechnet.

Die Architekten Marcus Seifert und Thorsten Heßdörfer legten dem Gemeinderat die überarbeitete Genehmigungsplanung vor. In Abstimmung mit der Regierung von Unterfranken gibt es darin einige Änderungen. So ist die Fluchtwegsituation geklärt, der Brandschutz muss aber noch abgesprochen werden. Für die Küche ist nun eine größere Vorbereitungsfläche vorgesehen. Der Bistrohof hat zwecks besserer Kontrolle nur einen Ausgang.

Die Ringmauer um das Kindergartengelände muss an zwei Stellen durchbrochen werden: Eine Öffnung dient als Fluchtweg, die andere als Baustellenzufahrt. Dafür muss der Bildstock an der Mauer versetzt werden. "Wir haben versucht, die Bäume im Freigelände zu erhalten, was nicht immer möglich war. Wir planen deshalb, kleinwüchsiges Gebüsch anzusiedeln", sagte Heßdörfer. Der Architekt fügte hinzu: "Die Durchbrüche werden in Absprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege ensemblekonform wiederhergerichtet."

Spielflächen auf dem Dach

Über Spielflächen auf dem Dach verfügt nicht jeder Kindergarten, der Euerdorfer schon. Auf dem Flachdach des eingeschossigen Baus können sich Kinder in einem gesicherten und bepflanzten, 700 Quadratmeter großen Areal austoben. Ein Landschaftsgärtner betreut die Flächen. Er soll auch eventuelle Materialschäden melden. Im Flachdach eingelassen sind die Oberlichter.

Die Räume wollen die beiden Architekten möglichst technikfrei halten. Ein Freibereich für Kleinkinder ist im vorderen Teil geplant, größere Kinder haben eine Freifläche hinter dem Noch-Feuerwehrhaus. Der Kindergarten bekommt ein Fensterlichtband zur Ringmauern hin und eine Glasfassade mit Sonnenschutz zur Gartenseite.
Der Freistadt Bayern fördert den Bau des Kindergartens mit rund 600.000 Euro. Damit bleiben knapp 1,4 Millionen Euro bei der Gemeinde. Die Betonkonstruktion verschlingt mit 1,13 Millionen Euro den größten Teil der Baukosten. Zusätzlich rund 24.000 Euro werden für den Um- und Rückbau des Feuerwehrhauses als Ausweichquartier für den Kindergarten fällig.

Einsparungen sind möglich

Einsparungen von 106.000 Euro sind aber möglich. Dafür müsste der Markt auf einen Fettabscheider, eine neue Heizungsanlage und die Dachspielfläche verzichten. Marcus Seifert erinnerte daran, dass eine neue Pelletheizung die Verbrauchskosten halbiert. Der Gemeinderat kam auf Anregung von Jochen Huppmann (CSU/Freie Wählergemeinschaft) überein, dass die Architekten noch eine Wärmebedarfsrechnung vorbringen müssen.
Für die Dachspielfläche sprachen sich die Gemeinderäte Elmar Hofmann (Bürgerblock Euerdorf) und Dietmar Büchner. (CSU/ Freie Wählergemeinschaft) aus. "Das gehört einfach zu dieser Konstruktion", sagte Hofmann. Büchner sah das Areal als Kompensation für die Außenspielfläche.

Der Beschluss für die Genehmigungsplanung fiel einstimmig aus, ebenso für die Umbaumaßnahmen im Feuerwehrhaus. Kämmerer Norbert Winter informierte, dass das Projekt im Haushalt berücksichtigt ist. Die Summe erzwingt möglicherweise zu etwa 50 Prozent eine Fremdfinanzierung. Der Rest kann aus den Rücklagen gedeckt werden.