Maja ist begeistert. Klar war es am Anfang etwas wackelig, doch schon nach wenigen Momenten wird deutlich, dass Maja ein alter Hase, und das Stelenlauf für sie nicht neu ist. "Ich hab selber Stelzen zuhause. Mein Opa hat sie für mich gemacht".
Unterdessen haben sich abseits abseits von den normalen Spielstationen die Realschülerinnen Adrijene, Alina, Michelle und Dorine selbst ein eigenes Unterhaltungsspiel gestaltet. Es hieß "Drück mich" und war wohl eine willkommene Abwechslung vom Alltag.
Vom Schulstress war jedenfalls so gar nichts mehr zu spüren beim Projekttag Kissinger Schulen unter dem Motto "Alte Spiele neu entdecken". Er fand zum zweiten Mal im Innenhof der Oberen Saline statt. Helene Scharf, die Verwalterin des Bismarck-Museums, stellte auch eine Verbindung zum ersten Reichskanzler her: "Es sind viele alte Spiele aus dem 19. Jahrhundert dabei, wie sie wohl auch der junge Bismarck gespielt haben könnte".
An der Zusammenstellung des Spieleangebots sei Nina Unterberger maßgeblich beteiligt gewesen, die sich gerade im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) "Kultur" betätigt. Bereits im vergangenen Jahr sei das Spiele-Projekt "mit durchschlagendem Erfolg über die Bühne gegangen, betont Frau Scharf.

Haarkranz aus Wiesengewächsen

An 15 Stationen konnten sich Kinder der Bad Kissinger Schulen miteinander messen, wobei es nicht nur um Kraft oder Geschicklichkeit ging. Viel Freude machte zum Beispiel das Flechten eines Haarkranzes aus blühenden Wiesengewächsen. Stolz präsentierte sich die Erstklässlerin Daria mit ihrem besonders attraktiven Kopfschmuck. Der Gleichgewichtssinn wurde an mehreren Stationen geschult. Da gab es das Balancieren auf der "Slackline" oder mit einem Besenstiel auf der flachen Hand. Ganz besonders sportlich ging es bei der Station "Akrobatik" zu, wo unter Anleitung und Mitwirkung von Lehrerin Gunhild Seitz Schülerinnen unter anderem Hand- oder Kopfstand zeigten.
Um das Kräftemessen ging es beim Tauziehen, um die Zielgenauigkeit beim Dosenwurf. Weitere Schüler vergnügten sich beim "Diabolo", beim Seilhüpfen oder beim Wikinger-Schach.
Interessant zu sehen, wie ältere mit jüngeren Schülern zusammenarbeiten konnten. Bei der Station "Papierfalten" brachten Neuntklässler der Realschule Grundschülern aus der ersten oder zweiten Klasse bei, wie man Schiffchen basteln kann. Auf einem Wasserbottich sah man sie gleich schwimmen.
"Für die Kinder ist das ein ganz seliger Tag", stellt Lehrerin Jutta Sterzinger von der Sinnberg-Grundschule fest. "Für mich sind diese Spiele, die nichts mit Elektronik zu tun haben, etwas ganz Besonderes", ergänzt ihre Kollegin Anne Franz.