Verbandssatzung, Jahresrechnung und Haushaltsplan waren die nüchternen Tagesordnungspunkte der Versammlung, zu der der unterfränkische Zweckverband Tierkörperverwertung seine Mitglieder, Landräte oder deren Abteilungsleiter, nach Bad Kissingen geladen hatte. Doch außerdem stand die Verabschiedung seines langjährigen Geschäftsführers Manfred Körber (69) in den Ruhestand durch den Vorsitzenden und Bad Kissinger Landrat Thomas Bold an.
Seinen Ruhestand habe sich Körber redlich verdient, wohl niemand aus Geschäftsstelle oder Mitgliederkreis sei länger mit dem Zweckverband verbunden gewesen, begann Bold seine Laudatio auf die Verdienste des 69-Jährigen, der nach 37-jähriger Tätigkeit aus der Geschäftsleitung ausschied. Sein Nachfolger wurde Landkreis-Kämmerer Christian Metz.
Sich nach 37 Jahren von einer Aufgabe zu lösen, fällt nicht leicht. Man spürte in Körbers Dankesworten und seinem stichpunktartigen Rückblick auf besondere Ereignisse die starke Verbundenheit mit der bisherigen Arbeit. Historische Bedeutung hatte dabei die Stilllegung der völlig überlasteten und veralteten Tierbeseitigungsanlage in Münnerstadt. Kaum hatte Körber seine Aufgabe übernommen, wurde die Anlage aufgegeben und durch die heutige Einrichtung in Walsdorf bei Bamberg ersetzt.


Schadstoffbeseitigung dauert an

Obwohl dies über 35 Jahre zurückliegt, beschäftigte sie dennoch am Donnerstag die Verbandsversammlung. Denn als außerplanmäßige Ausgaben im Haushaltsjahr 2015 waren 7600 Euro zur Anschaffung von vier neuen Pumpen zur Grundwassersanierung auf dem alten Gelände fällig geworden. Seit 2005 muss sich der Zweckverband mit der Schadstoffbeseitigung in dem durch die Tierkörperbeseitigung verseuchten Erdreich befassen und das Grundwasser reinigen. "Die Menge der geförderten Schadstoffe ist heute nahezu so hoch wie am Anfang", entgegnete Bold der Frage, wann denn die Maßnahme abgeschlossen werden könne. "Wir stehen in der Pflicht als Verursacher." Giftige Schadstoffe seien damals durch die Betonmauer ins Erdreich gelaufen, erläuterte Körber die Hintergründe. Doch dies habe man seinerzeit nicht gewusst. Erst Jahrzehnte später sei es aufgefallen. "Wir müssen also weitermachen. Der gesetzlich zulässige Grenzwert ist längst nicht erreicht."
Dem Vorschlag von Landrätin Tamara Bischof (Landkreis Kitzingen), "lieber einmal den Boden richtig sanieren als hundert Jahre lang", hielt Bold entgegen: "Vor Jahren wurde es geprüft, die Kosten wären siebenstellig." Auf einer Fläche von fünf Hek-tar müsste der Boden ausgetauscht werden. Bold versprach, in der nächsten Versammlung mit fachkundigen Vertretern des Wasserwirtschaftsamtes dieses Thema noch einmal ausgiebig besprechen zu lassen.


Höhere Gebühren

Die nüchternen Zahlen zurückliegender Haushalte und des laufenden Haushaltsjahres gaben ebenfalls keinen Anlass zur Freude. "Unsere Finanzlage ist angespannt", brachte es Christian Metz auf den Punkt. Gründe seien zum Beispiel die Gebührenunterdeckung bei gleichzeitiger Steigerung der verarbeiteten Tierkörper sowie eine Minderung der Rücklagen. "Bei niedriger Rücklage sind wir schnell bei einer Haushaltsunterdeckung." Eine Gebührenerhöhung ist deshalb notwendig. So hat zum Beispiel ein Selbstanlieferer künftig 77 statt bisher 53 Euro pro Tonne zu zahlen. "Mit den neuen Gebühren sind wir immer noch günstiger als die Bamberger", wies Metz auf den nahen Wettbewerber hin. Doch auch die Verbandsumlage soll ab 2017 heraufgesetzt werden. Bold: "Wir werden Ihnen allen wohl im Herbst ein entsprechendes Schreiben schicken."