24 Grad Wassertemperatur und 30 Grad am Strand: Das erwartet Christin, bis gestern Halbig, und Matthias Zink in gut zwei Wochen in der Dominikanischen Republik. Und genau so wollten sie auch heiraten. Aber: "Die Dokumente von dort werden hier nicht anerkannt", berichtet der Bräutigam. Also plante das Paar um, und machte so aus der bereits gebuchten Reise mit Hochzeit eine Hochzeitsreise.

Für den Bad Brückenauer Standesamtsleiter Hans-Joachim Bauer war die Trauung pünktlich zur ersten Schnapszahl 1. 2. 12 gleichzeitig ein gelungener Einstieg in das Jubiläumsjahr:

Mit der ersten Mitternachtshochzeit wurde vor 25 Jahren die Idee des Hochzeitsparadieses in die Tat umgesetzt.

"Damals riefen viele Standesämter an und beschwerten sich", berichtet Bauer von den Anfängen: Die Kollegen waren zunächst wenig begeistert von der Konkurrenz, längst sind etliche Kommunen nachgezogen und bieten Hochzeiten rund um die Uhr oder an ungewöhnlichen Orten.

Für Christin und Matthias Zink war der gestrige Tag einfach ein leicht zu merkendes Datum. Größere Bedeutung in ihrer Beziehung hat er nicht. Kennen gelernt haben sich die Sulzthalerin und der Rupbodener im Sommer 2001, beim Sonnwendfeuer des Sportvereins in Sulzthal. Die 25-jährige Braut ist Steuerfachangestellte bei Rausch, Zeiger und Partner in Bad Brückenau, der 29-jährige Bräutigam arbeitet als Kfz-Elektriker beim Autohaus Böckler in Bad Brückenau.

Dass sie gerade jetzt heiraten, hat auch was mit einer alten Tradition in Rupboden zu tun:

Wer dort mit 30 Jahren noch nicht verheiratet ist, bei dem findet ein so genanntes Not-Poltern statt, also eine große Party ähnlichem einem Polterabend nur ohne Brautpaar.

Aber: "Wir haben uns geeinigt", kommentiert Christin Zink die gemeinsame Entscheidung zum Bund fürs Leben. "Den klassischen Antrag auf Knien und mit Ring gab's aber trotzdem", holte der Bräutigam seine romantische Pflicht aber nach.

Während das Eheepaar im Alten Rathaus vor den Standesbeamten traten, machten sich draußen Freunde und Verwandte ans Werk: Wolfgang Zink kippte einen Kubikmeter Sand auf den Rathausplatz und formte daraus trotz eisiger Temperaturen einen Hauch von karibischem Flair. "Das muss natürlich alles wieder weg", ging für den Onkel des Bräutigams die Arbeit nach dem Cocktail-Empfang weiter. Liegestühle und Plastik-Palmen hatte Carina Zink, die Schwester des Bräutigams dazu organisiert: "Wenn's schon nicht mit der Hochzeit in der Dominikanischen Republik klappt."

"Recht frisch" empfand die Braut die Temperaturen gestern, zum Glück hatte ihr frisch vermählter Ehemann schnell einen Mantel zur Hand. Mit den Brauteltern Petra und Josef Halbig, dem Vater des Bräutigams Helmut Zink und dessen Lebensgefährtin Nelja Balles freuten sie sich über die vielen Freunde und Arbeitskollegen, die zum Gratulieren kamen.

Und am 16. Februar geht es dann mit den Trauzeugen, dem ebenfalls jung vermählten Ehepaar Carina und Christian Ullrich ab in die Karibik.