Die durch den Bezirk geförderte Popularmusik- Ausbildung bezieht immer häufiger Fachdozenten aus Unterfranken ein, "damit das Geld im Lande bleibt", wie es Peter Näder formuliert. Der Popularmusikbeauftragte erklärt: "Wir haben genug Profis und versierte Musiklehrer im heimischen Raum, beispielsweise Stefan Hergenröder aus Riedenberg oder Claus Häßler aus Schöllkrippen, um Unterfranken musikalisch in den Griff zu bekommen."

Die in zwei Leistungsstufen geteilten Kurse besuchen diesmal zwar etwas weniger Musiker, dafür sind im Level A aber gut die Hälfte Neu-Teilnehmer. Eine von ihnen ist die zwölfjährige Philomena Reichert aus Hammelburger. Sie absolviert den Workshop zum ersten Mal. Philomena Reichert gehört dabei zu den drei jüngsten Teilnehmern.

"Ich habe das Bandcamp von meinen Eltern als Weihnachtsgeschenk bekommen und war völlig überrascht. Ich fand es aber richtig gut, denn es ist etwas völlig anderes", sagt die junge Klavierspielerin. Sie bildet mit Drummerin Sabrina und der Sängerin Paula im Camp eine Band. Die Hammelburgerin bekommt bei dem Workshop Gesangsunterricht von Dozentin Sylwia Bialas, damit sie die zweite Stimme in der Band abdecken kann.
"Besonders positiv empfinde ich die gute Zusammenarbeit und das abendliche Musikhören im Großen Saal", sagt Philomena Reichert. Vor dem Abschlusskonzert sei sie "nur ein bisschen aufgeregt". Die Musikerin strebt in den kommenden Jahren den Aufstieg in den höheren Level an.

Die Brüder Lukas (15) und Florian (14) Halpfer aus Zeil am Main spielen in derselben Gruppe. Die Mutter ihres Schlagzeugers brachte sie auf die Idee, das Camp in der Musikakademie zu belegen. "Das war ein guter Tipp. Hier kann ich meine Technik verfeinern und Neues dazulernen", urteilt Bassist Lukas. Gemeinsam mit Bruder Florian, der am Keyboard sitzt, und drei weiteren Teilnehmern tritt die Band beim Abschlusskonzert als die Formation "Origin" auf. Sie covert Songs von "Green Day" und den "Sportfreunden Stiller".

"Die Dozenten beherrschen ihr Handwerk. Das Bandcamp ist eine hervorragende Möglichkeit, um zu lernen und gemeinsam zu spielen", sagt Florian. Was er besonders schätzt, ist ein Stück Bequemlichkeit. "Man baut seine Instrumente auf, kann sie stehen lassen und am nächsten Tag wieder einsteigen."

Eher die Ausnahme im Level A bildet Schlagzeugerin Sabrina. "Mit 28 Jahren bin ich unter den Zwölf- bis 15-jährigen eigentlich völlig fehlt am Platz", räumt sie ein. "Aber Musik zieht mich einfach an." Die Altenpflegerin hat "leider nur wenig Übungsmöglichkeiten". Mit den jüngeren Teilnehmern kommt sie problemlos zurecht.