Von wegen "in Kissingen wird nichts für die Jugend getan": Oberbürgermeister Kay Blankenburg widerlegt schnell, was da unter den Heranwachsenden gerne mal abfällig geäußert wird. Dass die Stadt im Gegenteil eine intensive Jugendarbeit pflegt, wird bei der ersten Sitzung des neu gewählten Jugendbeirats im Ratssaal der Stadt deutlich. Zeugen dafür sind die bisherigen Jugendbeiräte, aber auch Christoph Stürmer, der Leiter des Jugendzentrums am Geschwister-Scholl-Platz und Karin Reitelbach, die mit Eintragungs- und Kandidatenlisten, Schulbesuchen, Infoveranstaltungen und Flyern dafür gesorgt haben, dass wieder ein neuer Jugendbeirat gewählt werden konnte. Auch Stadtrat Tobias Schneider, der Jugendbeauftragte des Gremiums, ist ganz nahe bei den Jugendlichen.


"Routinier" gewinnt

Bis auf wenige Ausnahmen nehmen die 15 gewählten Jugendlichen - anfangs noch etwas scheu - auf den Ratsstühlen Platz. Viele waren noch nie im Sitzungssaal des neuen Schlosses. Dennoch lassen sie schon in der konstituierenden Sitzung erkennen, dass sie ihren Auftrag, die Interessen der Jugend zu vertreten, durchaus ernst nehmen. Da werden in der Vorstellungs- und Fragerunde schon mal kritische Töne geäußert, wird gefragt, ob das Hallenbad nicht da bleiben soll wo es ist, warum es keinen Zebrastreifen beim Skaterplatz gibt und auch über ein Forum für Newcomerbands aus der Region müsse unbedingt nachgedacht werden. So in Fahrt gekommen, sind dann fast die Hälfte der Gewählten auch bereit, sich als Sprecher oder Sprecherin zur Verfügung zu stellen.
Die Wahlen bestimmten dann den 20-jährigen Philipp Kiesel aus Reiterswiesen zum Sprecher. Kiesel ist mit 14 Jahren erstmals in den Jugendbeirat gewählt worden und gehört dem Gremium schon drei Perioden an. Er leistet derzeit beim Roten Kreuz ein freiwilliges Jahr als Rettungssanitäter, engagiert sich bei der Feuerwehr und beim THW. Als Oberministrant führt er die Schar der Gottesdiener in seiner Heimatkirche St. Laurentius.
In einem weiteren Wahlgang wurden die 15-jährige Lara Hofmann aus Bad Kissingen - sie geht im "KISSori Lernzentrum" zur Schule - und der gleichaltrige Realschüler Lukas Wirsing aus Albertshausen zu gleichberechtigen Stellvertretern gewählt. Der Oberbürgermeister gratuliert den Gewählten, ermuntert alle Mitglieder, Fragen aus der Clique und der Schule aufzunehmen und sich Ziele zu setzen. Dass er das Gremium ernst nimmt unterstreicht er mit der Forderung: "die Projekte nicht nur auszudenken, sondern auch versuchen, umzusetzen".
Christoph Stürmer, Karin Reitelbach und Tobias Schneider werden auch den neuen Jugendbeirat begleiten, ein erstes Arbeitstreffen ist für den Januar geplant. Der neue Sprecher will neben bewährtem, wie "Jugendbeirat on Tour" weitere Ideen sammeln, die bestätigen, dass in Bad Kissingen sehr wohl etwas für die Jugend getan wird.