Die interkommunale Allianz Oberes Werntal, der Oerlenbach angehört, ist dabei ein eigenes Energiekonzept auf den Weg zu bringen. Ziel ist, den energetischen Dreiklang "Einsparung - Effizienzsteigerung - Erzeugung" auf regionaler Ebene zu betrachten und konkrete Maßnahmen für die Mitgliedskommunen herauszuarbeiten. Die Details zeigte Stephan Bruckner von der Technischen Hochschule Amberg-Weiden, die die Allianz beauftragt hat, in einer Bürgerversammlung auf.
"Der Wandel beginnt in den Köpfen" sind sich Allianzmanagerin Eva Braksiek und Bürgermeister Siegfried Erhard sicher, wie sie in ihrer Eröffnung betonten. Jeder einzelne könne mit seinem Verhalten zur Energieeinsparung beitragen. Es gelte, im Zuge des Energiekonzeptes die Bürger des Oberen Werntals mitzunehmen und einzubinden. Unterstützung erhält die Allianz vom Amt für Ländliche Entwicklung Würzburg, von dem 75 Prozent der Kosten von 100 000 Euro übernommen werden.

Möglichkeiten der Energienutzung

"Aktuell beginnt unsere Arbeit mit der Datenerfassung des Ist-Zustandes", berichtete Bruckner. "In die Erhebung der kommunalen Liegenschaften schließen wir Gewerbe und Privathaushalte ein. Anschließend werden sowohl Maßnahmen und Möglichkeiten zur Energieeinsparung und Effizienzsteigerung als auch Potentiale und Ansätze zum zukünftigen Ausbau der erneuerbaren Energien erfasst. acht der zehn Werntal-Gemeinden bearbeiten wir, nachdem Dittelbrunn und Niederwerrn gesonderte Konzepte bereits eingeleitet haben. Ihre Resultate fließen im Lauf des Verfahrens in das Energiekonzept der Allianz ein. Ziel des Energiekonzeptes ist die Erstellung eines konkreten und umsetzungsorientierten Maßnahmenkatalogs, der die bereits laufenden Aktivitäten forcieren und weitere Möglichkeiten der Energienutzung aufzeigen will", machte der Referent klar.
Mit Grafiken aus einer anderen Region verdeutlichte Bruckner die Vorgehensweise. Für die Teilnehmer an der Bürgerversammlung war der Wärmekataster interessant; denn er erfasst für jede Straße den Wärmebedarf pro Meter und Jahr. "Dieser Part wird uns zusammen mit den gemeindlichen Einrichtungen wie Straßenbeleuchtung im nächsten halben Jahr beschäftigen", führte Bruckner aus und ergänzte: "In einer Übersicht stellen wir Ist-Zustand und Energiebedarf gegenüber, um daraus Einsparpotenzial und CO2-Minderung zu verdeutlichen."
Eigenes Augenmerk gelte den erneuerbaren Energien mit Bestand und Zubaupotenzial. Berücksichtigt würden vorhandene Solar- und Voltaikanlagen sowie Biomasse und Windkraft, die mit Fachstellen wie Forstwirtschaft und Landwirtschaftsämtern abzustimmen seien.

Sanierung und Hackschnitzel

"Am Ende steht ein konkreter Maßnahmenkatalog einschließlich Detailprojekte. In Frage kommen Sanierung gemeindlicher Gebäude mit Dämmung und Heizsystemen sowie zentrale Wärmeversorgung per Hackschnitzel, wobei die Investitionen eingeschlossen sind", sagte Bruckner.
Auf Nachfrage von Claudia Landgraf erklärte er, dass Privatmaßnahmen nicht erarbeitet werden. Eine Bürgerbefragung entfalle. Denkbar wären regionaltypische Gebäude, um exemplarisch Maßnahmen anzustoßen. "Für das Projekt benötigen wir ein Jahr", informierte er auf Nachfrage von Michael Bohl und ergänzte: "Auf die Allianzgemeinden entfallen 25 000 Euro, die gemäß Verteilerschlüssel umgelegt werden." Erhard fügte an, dass der Gemeinderat das Vorhaben bereits billigte und die Aufwendungen deutlich unter dem Ansatz blieben. Über die Ergebnisse der Ermittlungen würden die Bürger laufend informiert.