Der Obststand am Wasserhäuschen ist heute besonders beliebt. Bereits nach der ersten Runde kommen die Grundschüler angerannt und stehen Schlange. Wilma Fischer, die Mutter der Zwillinge Rahel und Joanne, die zusammen in die 4. Klasse gehen, lacht. "Das Obst schmeckt hier besser als in der Schule", ist sie sich sicher. Und nach den vielen Kindern um den Stand herum zu urteilen, stimmt das.
Gleich nach der kurzen Stärkung geht es weiter zur nächsten Runde. Etwa eine Stunde sind die Kinder damit beschäftigt. Und sie strengen sich an, denn für jede gelaufene Runde gibt es bares Geld. In diesem Jahr hat sich der Elternbeirat entschieden, 50 Prozent des erlaufenen Geldes an das Kunterbunte Kinderzelt zu spenden, das in Rumänien mehrere Kinderhilfsprojekte betreibt. "Die anderen 50 Prozent sollen den Schülern selbst zu Gute kommen, beispielsweise für neue Spielsachen oder geplante Veranstaltungen", erklärt die Schulleiterin Barbara Buz zur 7. Auflage des Sponsorenlaufs der Bad Brückenauer Grundschule. Wie jedes Jahr seit dem Beginn, wird ein Teil des Sponsorenlaufes für gemeinnützige Zwecke gespendet.


Zwei Strecken

"Ich finde es super, dass die Kinder sich bewegen müssen, und dann auch noch für einen guten Zweck", freut sich Melanie Kammerer, deren Sohn Leon in die 1. Klasse geht. Einige Eltern, wie Melanie Kammerer, haben sich an den zwei Strecken durch den Wald positioniert, um die Kinder zu motivieren und ihnen den Weg zu weisen. Manche Eltern rennen sogar ein paar Runden mit. Stolz zeigen sich die Schüler ihre Arme, auf denen die gelaufenen Runden abgestempelt werden. Leon selbst hat keine Zeit für ein Interview. Er schüttelt den Kopf und läuft weiter. Es ist fast wie ein Wettbewerb.


Die Familien sind dabei

"Ich bin schon 14 Runden gelaufen!", ruft Paul stolz, der mit seinem Freund Nico gemeinsam läuft. Tabea aus der 1. Klasse ist leider nach der ersten Runde hingefallen und hat sich das Knie aufgeschürft. Doch zum Glück sind Mama und Oma dabei, um sie zu trösten. Und sie läuft tapfer weiter, genau sechs Mal schafft sie die kleinere Runde von etwa 700 Metern für die 1. und 2. Klassen. Für jede Runde spendet Mama immerhin zwei Euro. Die große Runde für die älteren und erfahreneren Grundschüler misst etwa 1000 Meter, und die Kinder strengen sich dabei wirklich an.
Nach getaner Arbeit freuen sich alle Kinder über das gespendete Wasser der staatlichen Mineralbrunnen. Das frische Obst entstammt übrigens aus dem Schulfruchtprogramm, das die Schule einmal in der Woche für die Schüler bekommt. Die Eltern haben es für die Kinder in kleine Portionen geschnitten und in Schüsseln gefüllt.
Außer einigen kleineren Schürfwunden ist glücklicherweise nichts passiert an diesem Vormittag im Wald. Dafür haben die Lehrer und die Eltern gesorgt. Es war daher auch in diesem Jahr wieder eine gelungene Veranstaltung, die in jeglicher Hinsicht ein Gewinn für Schüler und Lehrer darstellt. Die Summe des erlaufenen Geldes wird in den kommenden Tagen ausgerechnet.