Ingenieur Wilfried Helfrich stellte in der jüngsten Sitzung des Wildfleckener Marktgemeinderates das Heizungskonzept für die Generalsanierung der Grundschule und den Neubau der Turnhalle vor. Es wurden zunächst Vor- und Nachteile ganz unterschiedlicher Varianten (Hackschnitzel, Wärmepumpe, Gas, Pellets) betrachtet. Helfrichs abschließende Empfehlung war eine Pelletheizung in Kombination mit einem Gasbrennwertkessel.
Durch diese Kombination von zwei verschiedenen Heiztechniken soll die Ausfallsicherheit zum Beispiel bei technischen Defekten an der Pelletszuführung gewährleistet werden. Der Gaskessel könnte zudem bei extremer Kälte für die Spitzenversorgung im Winter sorgen. Für die empfohlene Variante werden rund 61 000 Euro Investitionskosten fällig. Das Gremium entschied sich nach intensiver Diskussion für diese sogenannte bivalente Lösung mit Pellets und Gas in Kombination. "Ich denke, dass wir eine zukunftsweisende und sichere Lösung gefunden haben", sagte Bürgermeister Gerd Kleinhenz (PWW).


Hohe Fluktuation

Kämmerer Dieter Feller präsentierte den Entwurf für den kommunalen Haushalt 2016. Rund 2900 Einwohner umfasst die gesamte Marktgemeinde derzeit. "Der Bevölkerungsschwund ist zumindest etwas abgemildert", sagte Feller. Allerdings bleibt die Fluktuation auf einem außergewöhnlich hohen Niveau. Mehr als jeweils 200 Zu- und Wegzüge werden alljährlich registriert. Unangetastet bleiben heuer die Hebesätze für Gewerbesteuer und Grundsteuer. "Das soll auch so bleiben", sagte Feller. Der Verwaltungshaushalt für die laufenden Einnahmen und Ausgaben summiert sich heuer auf rund 7,5 Millionen Euro. Der Vermögenshaushalt, der in erster Linie für Investitionen dient, hat ein Volumen von 5,4 Millionen Euro.


Personalausgaben steigen

Durch diverse Tariferhöhungen und die Übernahme eines Azubis steigen in diesem Jahr die Personalausgaben der Gemeinde. Auch bei den Kindergärten ergibt sich eine deutliche Lohnkostensteigerung. Rund 100 000 Euro Unterhaltungskosten wendet die Kommune alleine für das gigantische, mittlerweile viel zu große Schulgebäude in der Kaserne auf. "Von diesen Kosten müssen wir runterkommen", verwies Feller auf die Notwendigkeit der Generalsanierung der deutlich kleineren Wildfleckener Grundschule, um die Schule in der Kaserne schnellstens aufgeben zu können.
Laut Finanzplanung wird sich in diesem Jahr aus den laufenden Einnahmen und Ausgaben ein Überschuss von 1,7 Millionen Euro ergeben, der dem Vermögenshaushalt zugeführt werden kann. "Dieses Geld werden wir aber brauchen", machte Feller klar, mit Blick auf die anstehenden großen Investitionen.


Finanziell erst einmal erholt

"Wir haben uns finanziell heuer schon erholt", resümierte Feller. "Aber das ist nur ein Strohfeuer, voraussichtlich 2018 werden wir wieder größere Schwierigkeiten haben." Auch aufgrund der Stabilisierungshilfen verlief bereits das Jahr 2015 zufriedenstellend, berichtete Feller. "Das erhoffen wir uns auch für 2016." Von Bürgermeister Kleinhenz gab es ein Lob für das umfassende Zahlenwerk, von den Gemeinderäten die uneingeschränkte Zustimmung.
Der Riedenberger Gemeinderat hatte in öffentlicher Sitzung über die verwaiste Bahntrasse Jossa-Wildflecken diskutiert. Diese Debatte nahm der Wildfleckener Marktgemeinderat auf. "Es zeichnet sich jetzt eine positive Tendenz ab", gab sich Kleinhenz bewusst vorsichtig optimistisch. Es sei wohl ein Investor gefunden worden, der den Rückbau der ehemaligen Bahnstrecke betreiben wird. Schon jetzt machte der Rathauschef klar, wie idealerweise die Abwicklung laufen soll. Demnach kauft ein Investor zunächst die komplette Strecke, um sie nach dem Rückbau der Gleise abschnittsweise später an die Kommunen weiterzuverkaufen. Damit wäre der Weg frei für einen ununterbrochenen Radweg durch den Oberen Sinngrund. Auch der Bau des Radweges wäre zunächst die Sache des Investors.


Drei Meter breiter Radweg

Wolfgang Illek (PWG) fragte nach, wie man die Streckenführung für den neuen Radweg plant und ob man Teilbereiche in der Gemeinde herausnimmt, wo es bereits Radwege gibt. "Es macht nur Sinn, wenn wir den Radweg möglichst in Gänze auf die Bahntrasse legen. Durch die Verwertung des Stahls erzielt der Investor seine Erlöse", so Kleinhenz. Der Radweg soll in einer Breite von drei Metern errichtet werden. Nun werde es darum gehen, die Interessen aller beteiligten Gemeinden unter einen Hut zu bekommen. Der Landkreis koordiniert die Planung. Am Ende werden alle Kommunen ein Vertragswerk gemeinsam unterzeichnen müssen.
Der Markt Wildflecken bewirbt sich innerhalb der Kreuzbergallianz und innerhalb der Bad Brückenauer Rhönallianz für den Wettbewerb E-Dorf. Es geht dabei um neue Projekte rund um die Bereiche Vernetzung, Digitalisierung und Mobilität.
Die Öffnungszeiten der Sparkasse Wildflecken werden eingeschränkt, berichtete der Bürgermeister. "Natürlich ist es wieder ein Wegfall von Qualität", so Kleinhenz. "Der Trend ist leider unausweichlich. Wir müssen nur aufpassen, dass nicht noch mehr Serviceleistungen wegbrechen." In den beiden Ortsteilen außerhalb von Wildflecken selbst gebe es keine Bankschalter mehr.
Der traditionsreiche Lauf-Wettbewerb "Run up the Hill" soll heuer wiederbelebt werden. Geplant ist als Termin 20. Oktober, Start um 17.30 Uhr.
Nachdem der Mountainbike-Biathlon aufgrund von Diskrepanzen mit der Bundeswehr ins Wasser gefallen war, hatten sich die drei Wildfleckener Bürgermeister mit Vertretern der Bundeswehr zu einem klärenden Gespräch getroffen. "Wir haben die Missverständnisse ausräumen können und sind auf einem guten Weg zu einem positiven Miteinander", so Kleinhenz. Künftig werde es solche Unannehmlichkeiten nicht mehr geben.