von unserem Redaktionsmitglied 
Benedikt Borst

Das Bayerische Finanzministerium hat am Montag Stellung zu den Ergebnissen der Ausschreibung in Sachen Kurhaushotel genommen. "Die Ausschreibung hat ein substanzielles Angebot gebracht", sagte eine Pressesprecherin. Ein Investor wird nach dem derzeitigen Sachstand für den Kauf des ehemaligen Steigenberger-Areals im Herzen Bad Kissingens favorisiert. "Es fehlen allerdings noch Unterlagen, um das Angebot abschließend zu bewerten", teilte sie weiter mit. Der Freistaat hat deshalb bereits zum zweiten Mal die Ausschreibungsfrist verlängert. Er gibt damit diesem Interessenten die Möglichkeit, sein Angebot entsprechend nachzubessern. Das Zugeständnis ist ein Zeichen, wie überschaubar das Interesse grundsätzlich ist.

Die Nachfrist dauert knapp zwei Monate und endet am 15. April. Laut der Ministeriumssprecherin gilt die Nachfrist nur für das bestehende Angebot des Interessenten. Es sei darüber hinaus anderen Investoren nicht mehr möglich, neue Angebote einzureichen. Die Fristverlängerung soll sich ferner nicht negativ auf die Planung auswirken. "Alle anderen Maßnahmen bleiben im Zeitplan", sagte die Pressesprecherin. Das betrifft zunächst einmal die restlichen Abrissarbeiten am Kurgastzentrum. Auch der mittelfristige Zeitrahmen soll nicht beeinflusst werden: Im Exposé zur Ausschreibung stand, dass das Areal bis Mitte 2016 verkauft und ein neues Hotel mindestens der Kategorie "Vier-Sterne-Superior" ab Mitte 2019 betrieben werden soll.

An Finanzierung nachbessern

Zu konkreten Inhalten äußerte sich das Ministerium nicht und verwies darauf, dass man das laufende Verfahren nicht beeinflussen wolle. Es ist somit weiterhin nicht bekannt, welcher Investor hinter dem "substanziellen Angebot" steht, wer als Betreiber infrage kommt und in welcher Sterne-Kategorie das Hotel verortet ist.

Es war ebenso nicht offiziell zu erfahren, in welchen Bereichen der Investor nacharbeiten muss. Gefordert hatte der Freistaat in der Ausschreibung aber ein ausführliches Betreiber- und Hotelkonzept, einen Businessplan sowie einen umfassenden Finanzierungsnachweis. Aus gut unterrichteten Quellen heißt es, dass vor allem das Finanzierungskonzept des Investors betroffen ist.

Weiter positive Signale

Bad Kissingens Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD), Landrat Thomas Bold (CSU) und Landtagsabgeordneter Sandro Kirchner (CSU) wurden am Freitag von Finanzminister Markus Söder bei einem 90-minütigen Treffen in München über den aktuellen Sachstand und das weitere Vorgehen informiert.

Blankenburg gab sich zurückhaltend und wollte den aktuellen Sachstand nicht kommentieren. "Wenn die Ausschreibungsfrist abgelaufen ist, sehen wir weiter", meinte er. Es bleibe nichts anderes übrig, als zu warten. Er zeigte sich nach wie vor optimistisch, dass am Ende ein positives Ergebnis erzielt wird.

MdL Kirchner steht mit dem möglichen Investor in Kontakt. "Es ist nach wie vor eine harte Nuss", sagte er. Es gelte, die nächsten Wochen abzuwarten. Er wertete es allerdings positiv, dass Söder hinter dem Thema stehe. "Wenn sich ein Minister eineinhalb Stunden Zeit nimmt zeigt das, dass er die Angelegenheit ernst nimmt und nicht im Vorbeilaufen erledigt." Das Gespräch zwischen Söder und den Politikern aus Bad Kissingen sei konstruktiv gewesen.

Auch Landrat Bold würdigte die Ernsthaftigkeit, die seitens des Ministeriums an den Tag gelegt wird. Die Angebot selbst nannte er vielversprechend. Er hofft, dass es umgesetzt werden kann. "Es ist bedauerlich, dass man noch einmal Zeit zugeben musste", sagte Bold. "Ein paar Monate sollten aber keine Rolle spielen, wenn alles zu einem guten Ergebnis geführt wird."