Der alljährlich starke Eintrag von Laubmassen der uferbegleitenden Randbäume und das im allgemeinen langsam fließende Wasser sind nach Ansicht des Vorsitzenden des Sportfischerclubs Münnerstadt, Rudi Slama, verantwortlich für die Unmengen von Faulschlamm am Grunde der Lauer. Die Folge sei, dass oft kilometerweit kein Leben mehr in der Lauer existiert.
Diese Feststellung zu Beginn der Jahreshauptversammlung rief Bürgermeister Helmut Blank (CSU) auf den Plan. "Die Wasserführung der Lauer im Bereich der Firma Remog bis zur Spitalmühle ist durch starke Faulschlamm-Ablagerungen so gut wie tot", sagte er. Für die Lauer sei jedoch das Wasserwirtschaftsamt zuständig, "wir von der Stadt können selbstständig nicht handeln".

Ausbaggern ist zu teuer

Zu beseitigen wären in mehreren Bereichen des Gewässers der Faulschlamm und die durch das Hochwasser angeschwemmte Treibgut, das wiederum eine höhere Fließgeschwindigkeit verhindert. Diese aber sei notwendig für die Sauerstoff-Zufuhr, die ihrerseits elementar sei für alle Lebewesen im Flüsschen, betonte Blank. Eine Ausbaggerung der gesamten Strecke scheint jedoch aus finanziellen Gründen undurchführbar. Daher plädiere er für eine punktuelle Faulschlamm-Beseitigung, die seiner Ansicht nach möglich sein müsste. "Wir müssen uns Verbündete suchen, die uns helfen, dass wir durch gezielte Maßnahmen an besonders belasteten Stellen wieder Licht ins Wasser bringen." Damit werde auch die Fließgeschwindigkeit gefördert, die zusammen mit mehr Licht den Fischen und den für sie lebensnotwendigen Lebewesen wieder Lebensraum bieten, sagte er.
Slama bemängelte, dass der Veranstalter des BraveheartBattle sich nicht um die Lauer kümmere, wenn er seinen Event plane. Er nehme das Gewässer ganz einfach als gottgegeben in Anspruch, wenngleich es auf der gesamten Strecke, die bei dem Lauf mehrere Male durchquert werden müsse, als Fischwasser an die Sportfischer verpachtet sei. Helmut Blank versuchte zu beruhigen und meinte, bei den Vorausplanungen für den BraveheartBattle müsse sich der Veranstalter zukünftig rechtzeitig mit den Pächtern des Fischwassers in Verbindung setzen, am besten unter Einbeziehung der Stadt.
In seinem Rückblick hob Slama vor 44 Angelfreunden (von aktuell 160 Mitgliedern) unter anderem die Reinigung der Lauer hervor, bei der Unmengen von Wohlstandsmüll geborgen wurden. "Das ist unser stiller Beitrag zum Umweltschutz", sagte er. Lebenswichtig für den Verein sei das alljährliche Fischerfest. Dazu brauche man immer Helfer, denen er für ihr Engagement dankte. Die "Königs-Proklamation" sei der Höhepunkt des Fischer-Jahres. In diesem Zusammenhang bemängelte er das in letzter Zeit deutlich spürbare Desinteresse am Vereinsleben: "Manche finden es noch nicht einmal mehr für nötig, ihren Pokal in Empfang zu nehmen."
Zu der im Vorstand kürzlich ausgearbeiteten Satzungsänderung sagte er, sie ziele darauf ab, dass künftig alle zwei Jahre Neuwahlen stattfinden und bei Auflösung des Vereins das gesamte Vermögen nicht wie bisher vorgesehen an den übergeordneten unterfränkischen Fischerverein, sondern an die Stadt übergeht. Diese würde das Vermögen treuhänderisch verwalten, bis sich eventuell der Verein wieder gründet.

Um Rothhausen nicht befischbar

Teichwart Josef Steuber berichtete über die Fangergebnisse an Lauer und Saale nach Fischarten. Zu beachten sei, dass die Lauer um Rothhausen immer noch nicht wieder befischbar ist. Das Fließgewässer müsse sich nach dem Unfall dort erst wieder so regenerieren, dass es wieder für Fische und deren Nahrungsgrundlage zum Lebensraum wird.
Ehrenmitglied Rudi Henneberger sprach den Vorstandsmitgliedern Dank und Anerkennung aus für ihr Engagement in den vergangenen Jahren und zollte ihnen Respekt für die Bereitschaft, weitere zwei Jahre Verantwortung in der Vereins-Spitze zu übernehmen: "Viel Erfolg euch allen. Die Arbeit soll euch auch manchmal Spaß machen und nicht immer nur mit Ärger verbunden sein", sagte Henneberger.