Kirchenpfleger Ewald Metz sorgt sich. Anlass dazu gibt das Katzenbacher Gotteshaus. Dort hat sich ein unerwünschter Untermieter breitgemacht, sein zerstörerisches Werk begonnen. "Die Dielen in der Sakristei und auch einige Schränke sind vom Holzwurm befallen", erklärt er. Seit etwa einem Jahr schon. Beim genauen Betrachten fallen einem die zahlreichen ein bis zwei Millimeter großen Löcher auf. Doch inzwischen sind auch die Bänke des Kirchenraumes von dem Ungeziefer befallen. Wie stark, kann Metz nicht sagen. "Das muss ein Gutachter, ein Fachmann untersuchen", sagt er. Ebenso, welche Gegenmaßnahmen ergriffen werden, ob man dem Insekt mit Gasen oder mit einer Temperaturmethode den Garaus macht.


Der Wurm mag es kühl und feucht

Der Holzwurm, auch Gewöhnlicher oder Gemeiner Nagekäfer genannt, ist 2,5 bis fünf Millimeter lang und in ganz Europa verbreitet. Als holzzerstörendes Insekt befällt er vorzugsweise Kunstobjekte, Möbel, Musikinstrumente und auch Gebrauchsgegenstände aus Holz, ist im Internet nachzulesen. In der Natur hingegen kommt er nur selten vor. Optimale Entwicklungsbedingungen findet der Holzwurm in kühlen, feuchten Räumen, deshalb sind besonders Einrichtungsgegenstände in Sakralbauten, wie Kirchenbänke, Altäre, Holzfiguren und Ähnliches, gefährdet. Wo hohe Luftfeuchtigkeit und mäßige Temperaturen auftreten, werden auch Dachkonstruktionen oder Stallungen von ihm befallen.
Erschwerend kommt hinzu, dass der Käfer seine Eier gerne an dem Ort ablegt, wo er selbst geschlüpft ist. Lediglich in beheizten Wohnräumen findet man ihn selten, denn dort ist ihm das Holz schlichtweg zu trocken, es sei denn, es wird beispielsweise beim Wischen des Fußbodens regelmäßig angefeuchtet.
"Der Schaden, den der Holzwurm in unserer Kirche angerichtet hat, ist für uns schon enorm", sagt Ewald Metz. Beziffern kann er ihn jedoch nicht. Da dringender Handlungsbedarf besteht, laufen bereits seit einiger Zeit Gespräche mit der Diözese. Allerdings ist der Befall nicht das einzige Problem, das es in Katzenbach zu lösen gilt. "Unsere Kirche ist in die Jahre gekommen, entsprechend müssen einige Dinge modernisiert werden", so der Kirchenpfleger. Als Beispiele dafür nennt er die Beleuchtung, die elektrischen Anlagen und auch die Heizung in dem Gotteshaus.


Einige Ideen gibt es schon

Einen Plan, was genau verändert werden muss, gibt es aber noch nicht. "Wir sind momentan dabei, ein Gesamtkonzept für die Modernisierung der Kirche zu diskutieren", erklärt Metz. Einige Ideen habe er auf dem jüngsten Pfarrfamiliennachmittag vorgestellt, die jedoch nur relativ wenig Anklang fanden. Schließlich hat das Gotteshaus, das "Sankt Blasius" gewidmet ist, einen ganz besonderen Stellenwert bei den Katzenbachern.
Sie haben den Kirchenbau in den 1950er-Jahren mit Spenden finanziert. Der damalige Bürgermeister Wilhelm Schramm sei gemeinsam mit Pfarrer Gerhard und Kirchenpfleger Engelbert Metz, dem so genannten "Heiligenmeister", von Haus zu Haus gezogen und habe für den Kirchenneubau geworben, erzählte 2009 der inzwischen verstorbene Robert Metz. 500 D-Mark sollte jede Familie für den Kirchenneubau entrichten. Etliche Katzenbacher konnten die Summe jedoch nicht aufbringen und nahmen schließlich Kredite auf, um sich am Bau beteiligen zu können.


"Wie der Stall von Bethlehem"

Ausgelöst hatte das Vorhaben der Überlieferung nach Bischof Julius Döpfner. Er soll bei einem Besuch des Dorfes 1950 angemerkt haben, die bisherige Kirche sähe aus "wie der Stall von Bethlehem". In der Festschrift "30 Jahre Neue Kirche Katzenbach" schrieb Robert Metz: "Das Kirchlein hatte nur eine Länge von 9,65 Meter, eine Breite von 5,60 Meter und eine Traufhöhe von 4,30 Meter." Zwar hatten die Katzenbacher bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen Neubau ihres Gotteshauses geplant, 1912 sogar einen Kirchenbauverein gegründet. Doch dieser büßte sein Vermögen sowohl 1923 zur Weltwirtschaftskrise als auch 1948 bei der Währungsreform ein, so dass man in den 1950er-Jahren schließlich auf die Spenden der Bürger angewiesen war. 1956 wurde die neue Kirche eingeweiht.


Fünf Gottesdienste pro Monat

Sie ist mit ihren 200 Sitzplätzen eine der kleinsten in der Pfarreiengemeinschaft "Der Gute Hirte im Markt Burkardroth". Etwa fünf Gottesdienste finden pro Monat hier statt.