"Zum Lernen ist es nie zu spät." Diese Redensart praktiziert die Blaskapelle Ebenhausen, indem sie die Ausbildung an einem Instrument auch für Erwachsene organisiert. "Warum sollten nicht Ältere Freude an diesem Hobby finden?", fragt Richard Dees, der mit den weiteren Mitgliedern der Vereinsführung diese Idee entwickelte und die Gesamtausbildung leitet.

Seit Jahren läuft bei der Blaskapelle Ebenhausen eine vielfältige Ausbildung unter der Regie von Richard Dees. "Wir haben für die einzelnen Instrumente kompetente Musiklehrer, die eine fundierte Schulung garantieren, gewonnen", erklärt er. "Wir haben Gruppen für Blechbläser, Saxophon, Klarinette, Oboe und Schlagzeug sowie musikalische Vorschulerziehung mit insgesamt 50 Teilnehmern. Diese vereinen sich zusätzlich in unserem Nachwuchsorchester "Notenkiller". Dort machten bis vor kurzem nur Kinder und Jugendliche mit. Jetzt ist in der Nachwuchskapelle das Durchschnittsalter etwas angestiegen." Damit spielt er auf die Erwachsenen an, die inzwischen eingestiegen sind.

Arbeit wurde spannender

"Nur am Anfang haben die Jungen etwas geguckt, als sich Ältere einreihten. Inzwischen haben sich alle problemlos aneinander gewöhnt, ergänzen sich wunderbar und kommen prima miteinander aus", erzählt er. Er leitet seit langem die "Notenkiller", die sich im Ort einen festen Namen gemacht haben und bei Konzerten sowie Vereins- und Dorfveranstaltungen ihr Können präsentieren. "Die Erwachsenen sind für uns eine Bereicherung. Die Arbeit im Orchester wurde spannender. Wir hätten nicht gedacht, dass diese Erweiterung so gut klappt", bekennt der Dirigent.

Mit Tenorsaxophon sind Gudrun Schaller (Ebenhausen) und Volker Hannwacker (Niederwerrn) sowie mit Altsaxophon Ulla Schuler (Hambach) dabei. Volker Hannwacker, in Ebenhausen geboren, begründet seine Motivation: "Ich habe mir vorgenommen: Wenn ich in Rente gehe, lerne ich ein Instrument. Jetzt ist der Zeitpunkt da. Ich kenne die Ebenhäuser und erfuhr von der Ausbildung. Da meldete ich mich rasch an." Gudrun Schaller reizte das Musizieren von Jung und Alt: "Die Jugendlichen sind sehr integrativ und haben uns gerne aufgenommen. Das Klima passt ebenso wie das gemeinsame Spielen."

Waldhorn und Oboe

Mit einem Waldhorn haben sich Sabrina Schuler (Hambach) und Christiane Arenz (Ebenhausen) angeschlossen. Oboe spielen Margot Arenz (Ebenhausen) und Eberhard Schmitt, der aus Elfershausen kommt und dort Organist ist. "Ich wollte einfach noch ein Instrument lernen. Da erfuhr ich vom Projekt in Ebenhausen und komme gerne zu Proben und Auftritten. Ich bin begeistert", bekennt er. Zu den Notenkillern ist auch Thomas Haut (Ebenhausen), seit vielen Jahren in der Blaskapelle Saxophonist, gestoßen. Er lernt Bass als Zweitinstrument.
Das neue Konzept stellte der Verein bei einem "Tag der offenen Tür" vor. Jeder, der wollte, konnte Instrumente probieren. Eine willkommene Hilfe, betonten alle, um den letzten Anstoß zu erhalten. Alle nehmen wöchentlich Einzelunterricht und machen bei den 14-tägigen Proben der "Notenkiller" mit. Das Üben ist ganz auf das nächste Konzert am 6. April abgestimmt, wenn in der Turnhalle die beiden Orchester zur Freude der Gäste aufspielen werden.