Bayerns Kultur beginnt in Franken." Für seinen ersten Satz beim Empfang der Bayerischen Staatsregierung im Weißen Saal bekam Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) langen Applaus. Das sei allerdings nicht seine eigene Erkenntnis gewesen, sondern das habe vor einigen Wochen in der Süddeutschen Zeitung gestanden: "Aber dem möchte ich mich ausdrücklich anschließen." Aber ganz Bayern sei ein Kulturstaat. Seehofer verwies auf Bayreuth, das Würzburger Mozartfest, die Bachwoche Ansbach, die Münchner Opernfestspiele, die Richard-Strauss-Festspiele Garmisch und den Kissinger Sommer - ein "Juwel in der Kulturkrone Bayerns".
Er habe sich sagen lassen, dass der Große Saal einer der drei schönsten Konzertsäle der Welt sei. Er verstehe jetzt diese Aussage, und er warnte die Kissinger: "Die Münchner suchen gerade einen Konzertsaal!" Ebenfalls unter Beifall kündigte Seehofer an, dass er im nächsten Jahr wieder mit seiner Frau kommen werde: "Sehen Sie darin eine Reverenz an den Kissinger Sommer." Für ihn sei damit ein kleines Jubiläum verbunden: "Dann bin ich fünf Jahre im Amt." Und mit Blick auf aktuelle Wahlprognosen meinte er: "Wenn ich nächstes Jahr komme, ist gewährleistet, dass ich das noch erlebe."
Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) überbrachte den Dank der Stadt für den jährlichen Staatsempfang: "Sie haben gemerkt, wie stolz die Stadt ist, dass wir Sie hier haben." Der OB würdigte die Verlängerung des Konsortialvertrages mit dem Freistaat Bayern zur Sicherung des Staatsbades Bad Kissingen. Aber: "In den letzten Jahren sind Entwicklungen in Gang gekommen, die der Freistaat unterstützen muss. Wir sind auf einem guten Weg, aber auf den letzten Metern brauchen wir Sie. Ich vertraue auf Sie."
Was Blankenburg damit meinte, ist das Bemühen der Stadt, in das Weltkulturerbe-Programm der Unesco aufgenommen zu werden: "Kennen Sie einen Saal, der es mehr verdient hätte?" Der sei ein Schmuckstück für ganz Bayern.
"Wir haben eine Prioritätenliste für Bad Kissingen aufgestellt. Und da steht ganz oben die Weltkulturerbe-Anerkennung, weil die nichts kostet", entgegnete Seehofer. Und ohne auf das Thema angesprochen worden zu sein, meinte der Ministerpräsident: "Ich hoffe, dass wir beim Hotel Steigenberger nächstes Jahr um diese Zeit deutlich weiter sind als jetzt."