Am 15. Dezember 2012 gab es in Kiparang'anda ein großes Fest. Das erste Kindergartenjahr war zu Ende. Schon Tage vorher wurde fleißig geübt, Feuerholz, Stühle, Tische, riesige Töpfe und Pfannen wurden herbei geschleppt und aus Palmblättern entstanden kunstvolle Girlanden, die in Bögen die Wege schmückten. 500 Luftballons, die die Mitglieder der Afrika Hilfe Franken aus Deutschland mitgebracht hatten, wurden aufgeblasen. Die Kinder präsentierten mit großem Eifer zahlreiche Tänze und Lieder. Vor allem die traditionellen Tänze, bei denen jeder Einzelne eine Einlage geben muss, sind besonders beliebt.


Spenden der hiesigen Schulen

Zur Feier des Tages gab es "Pilau", ein Reisgericht mit vielen schmackhaften Zutaten "und vor allem Fleisch, was hier nichts Alltägliches bedeutet", erklärt Tobaben nach seiner Rückkehr. Die 30 Kinder, die im kommenden Jahr eingeschult werden, bekamen jeder ein prall gefülltes Federmäppchen und einen kleinen Rucksack. "Wahre Schätze", die aus Spenden der umliegenden Hammelburger Schulen stammen. Eine Urkunde, dass sie die "shule watoto wadogo" mit Bravour bestanden haben, ließ die Kleinen vor Stolz fast platzen. "Uns wurde in diesem Moment ganz klar bewusst, dass hier jeder Cent gerechtfertigt ist, der hier investiert wurde," sagt Tobaben, Schatzmeister der Afrika Hilfe Franken. Er ist sich sicher: "Wir sind auf dem richtigen Weg!"

Ein Besuch in der Grundschule "shule ya msingi Kiparang'anda B", wo ab 15. Januar 2013 ein Teil der Kinder unterrichtet wird, stand ebenfalls auf dem Programm. "Die Umstände, die wir dort vorgefunden haben, machen sehr schnell deutlich, dass auch hier unsere Hilfe gefragt ist: in vier Klassenräumen drängen sich fast genau 400 Kinder. In zwei der Räume gleicht der Fußboden einem Kartoffelacker und es existieren je Zimmer nur fünf bzw. sieben Schulbänke mit jeweils einer sehr wackeligen Sitzbank. Der Rest der Schüler sitzt am Boden", berichtet Tobaben.

Dank der Aktion "50 Cent kann viel bewegen", die die Realschule Hammelburg durchgeführt hat, und der damit verbundenen Spende an die Afrika Hilfe Franken, "können wir nun überlegen, ob wir das Geld für die Ausstattung zumindest eines Klassenzimmers verwenden".


Kinder betreuen die Beete

Doch bis dahin gab es erst einmal eine Menge zu tun. Schließlich waren 2. Vorstand Thomas Wollner und Schatzmeister Uwe Tobaben zu einem weiteren Arbeitseinsatz nach Kiparang'anda in Tansania gekommen. Sintflutartige Regengüsse erschwerten die Arbeiten, da vor allem frischer Zement immer wieder davon geschwemmt wurde. Trotzdem waren die beiden am Ende zufrieden: "Die Zeit verrinnt im Fluge und man kann am Ende zufrieden auf das Erreichte schauen".

Der Obstbestand wurde um Mango-, Orangen- und Avocadobäume erweitert. Zur Gewinnung von Bau- und Brennholz wurden entlang der Grundstücksgrenze Ashokbäume gepflanzt. In 20 neu eingefassten Beeten soll ab Januar verschiedenes Gemüse, wie Zwiebeln, Karotten, Tomaten, Spinat und vieles mehr wachsen. Jede Parzelle wird künftig von je drei Kindern gepflegt und gegossen, so dass sie von klein auf sehen, was man aus einem gepflegten Feld alles erwirtschaften kann. Wege wurden angelegt und große Flächen des Bodens mit Gras versiegelt, um der bereits einsetzenden Erosion schnell Einhalt zu gebieten. Die Dächer bekamen Dachrinnen und drei 2000 Liter-Tanks gewährleisten, dass Regenwasser aufgefangen werden kann, um es für die Bewässerung und die Toiletten zu nutzen. So wird wertvolles Trinkwasser zumindest in der Regenzeit gespart.

Zudem wurden zwei Gästezimmer eingerichtet, so dass ab 2013 bessere Voraussetzungen für freiwillige Arbeitseinsätze geschaffen sind. Die Solaranlage bietet Elektrizität, die kleine Küche ermöglicht Kochen auf Gas und eine Wasserleitung sorgt für alle erdenklichen Annehmlichkeiten im afrikanischen Busch. Mit dem Bau war bereits im Frühjahr 2012 begonnen worden. Zahlreiche andere Schönheitsreparaturen wie zum Beispiel ein neuer Anstrich der Spielgeräte usw. sorgten dafür, dass bis zur letzten Minute keine Langeweile aufkam. Und auch für das kommende Jahr bleibt genug Arbeit.

Möglich sei diese Hilfe jedoch nur, Dank der vielen Helfer und Gönner in und um Hammelburg, bei denen sich der gemeinnützige Verein auf diesem Wege bedankt.