Hundeführer haben beim Training mit jungen Polizeihunden in einem Waldstück in der Nähe von Nüdlingen eine größere Cannabisplantage entdeckt. Die Tiere machen gerade die Spezialausbildung zum Drogenspürhund. Den Besitzer der Plantage, der gerade mit der Pflege seiner Pflanzen beschäftigt war, nahmen die Beamten vorläufig fest.

"Es gab die Mitteilung, dass dort Rauschgift angebaut wird", sagt Frank Pfennig, Hundeführer der "Operativen Ergänzungsdienste Schweinfurt". Zwei Mal im Monat treffen sich die Hundeführer mit ihren Tieren zum Rauschgifttraining. "Die Hunde werden fitgemacht auf alle gängigen Rauschgifte wie Haschisch, Marihuana, Amphetamine, Heroin und Kokain. Auch Crystal Meth ist abgedeckt", erklärt der Polizeihauptmeister. Die Ausbildung zum Drogenspürhund dauert zwischen eineinhalb und zwei Jahren.

Erfolgreiche Trainingsstunde

Das Training am Montag haben die Hundeführer nach dem Hinweis in ein Waldgebiet nördlich von Nüdlingen verlegt und sich dort auf die Suche nach Cannabispflanzen gemacht. Die Polizei hatte bereits in der Vergangenheit auf einem angrenzenden Flurstück eine Hanfplantage gefunden. "Wenn es solche Gelegenheiten gibt, versuchen wir, ihnen nachzugehen", erklärt Pfennig. Gemeinsam mit seinem Kollegen Benjamin Oppermann und den Drogenspürhunden Devil und Quentin haben sie das verdächtige Gebiet systematisch abgesucht.

Zwei Müllsäcke voller Drogen

Dann stießen sie auf eine im Hang gelegene, schwer zugängliche Lichtung. "Dort sind wir fündig geworden", berichtet Pfennig. In der Waldabteilung "Kehlmetze", zwischen der B 19 und Nüdlingen stießen die Hunde auf elf Cannabispflanzen in unterschiedlichen Wachstumsstadien. Genug Cannabis, um zwei große Plastikmüllsäcke zu füllen, in denen die Beamten die Drogen sicherstellten.

Plantagenbesitzer überrumpelt

Damit nicht genug. "Wir haben eine verdächtige Person gesehen, die gerade mit einer Sprühflasche die Pflanzen bestäubte", schildert der Polizeibeamte.

Der Plantagenbesitzer war gerade zugange und bemühte sich um die Pflege der Pflanzen. Der 48 Jahre alte Mann war derart in seine Arbeit vertieft, dass er es nicht bemerkte, dass sich ihm die beiden Beamten von zwei Seiten näherten und ihm den Fluchtweg abschnitten. Oppermann und Pfennig sprachen ihn auf, woraufhin der Mann sich widerstandslos festnehmen ließ. Nach bisherigen Erkenntnissen hat der Beschuldigte die Pflanzen zum Eigenverbrauch angebaut. Als Pfennig und Oppermann mit ihren Hunden später die Wohnung und das Auto des Beschuldigten durchsuchten, stießen sie außerdem noch auf kleinere Mengen an Haschisch. Gegen den 48-Jährigen wird wegen Verstoßes nach dem Betäubungsmittelgesetz Anzeige erstattet.