Eigentlich war die Mitgliederversammlung des TSV Bad Kissingen 1876 gerade beendet, als dessen Vorsitzende Hannelore Schön überraschend ihre Kandidatur für eine Wiederwahl im kommenden Jahr infrage stellte. Grund ist die fehlende Bereitschaft aus dem Mitgliederkreis, sie vor allem bei technischen Fragen im Zusammenhang mit der laufenden Sanierung der vereinseigenen Sporthalle zu unterstützen.
Denn so einiges muss in der alten Halle repariert und renoviert werden. Erste Kostenvoranschläge sind eingeholt. Allein für die Sanierung der Sanitäranlagen rechnet der Vorstand mit 30 000 bis 40 000 Euro.
Zur finanziellen Unterstützung hat sich der TSV erfolgreich bei der Aktion "Heimat fördern" der Kissinger VR-Bank angeschlossen. Auf jede Einzelspende von mindestens zehn Euro, die dort bis spätestens 30. Juni eingezahlt wird, legt die VR-Bank noch einmal fünf Euro drauf. Voraussetzung ist allerdings, dass bis zum Stichtag mindestens 2500 Euro an Spenden eingezahlt wurden.
Als zusätzliche Belastung traf den Turn- und Sportverein kurz vor Jahreswechsel die unerwartete Mitteilung, dass der Hallenzustand nicht mehr den vom Kultusministerium vorgegebenen schulsportlichen Sicherheitsbestimmungen entsprechen soll, weshalb die Realschule schon seit Januar auf die Nutzung der TSV-Halle verzichtet. Allerdings würden nach Meinung des Vorstands so hohe Anforderungen an den TSV und dessen Halle gestellt, die die vereinseigenen Notwendigkeiten weit übersteigen. "Für unsere Zwecke brauchen wir keine hundertprozentige Schulsporthalle", brachte es das frühere Vorstandsmitglied Karl Englert auf den Punkt. Die Vorsitzende wird deshalb mit dem Landratsamt verhandelt, unter welchen Mindestvoraussetzungen die Halle doch noch für den Schulsport geeignet sein könnte. Immerhin sind die Mieteinnahmen ein wichtiger Posten in der Vereinskasse.
Über deren Stand zum Jahresabschluss 2014 in Höhe von 28 600 Euro berichtete Schatzmeisterin Sylvia Pfister-Kleinhenz. Damit sei der Kassenstand nahezu unverändert zum Vorjahr, ließ sie die Mitglieder wissen. Mit den 2014 erwirtschafteten Gewinnen konnte der Verein bestehende Darlehen teilweise tilgen, so dass der aktuelle Schuldenstand ebenfalls bei 28 000 Euro liegt und durch den Kontostand voll gedeckt ist.
In ihrem Jahresbericht meldete die Vorsitzende einen Mitgliederstand von 1062 Aktiven und Passiven, davon 409 Kinder und Jugendliche. Gerade im Jugendbereich konnte der Verein neue Mitglieder gewinnen, was auch in einigen Berichten der Abteilungsleiter deutlich wurde. Vor allem die neu eingerichtete Sparte Boxen unter Edgar Feuchter erfreut sich mit bisher 25 Teilnehmern wachsender Beliebtheit. "Ich habe schon sieben Neuanmeldungen", verkündete der frühere Polizeibeamte zufrieden und plant demnächst die Aufteilung in jeweils eine Gruppe für Erwachsene und Jugendliche.
Schwierigkeiten in der Nachwuchswerbung sieht dagegen Werner Seitz in der Schwimmabteilung: "Bei uns brechen die Kinder massiv weg." Viele kämen nur auf Druck ihrer Eltern. "Doch die Kinder halten meistens nur ein halbes Jahr durch." Diese negative Entwicklung zeige sich schon seit Jahren. "Der Trend geht zurück."
Die anderen Abteilungsleiter zeigten sich im Allgemeinen zufrieden mit der Entwicklung ihres Sportbetriebes, auch wenn es unterschiedlich Höhen und Tiefen gab. Durften sich einige 2014 über Wettkampf- oder sogar Meisterschaftsplatzierungen ihrer Mitglieder freuen, nahmen andere die fehlenden Erfolge mit Gelassenheit. Hatte die Sambo-Abteilung zwei ihrer Sportler sogar zur Weltmeisterschaft nach Japan schicken können, meinte Schach-Leiter Peter Anliker nur: "Es ist Leben in der Schach-Abteilung - auf sportlicher Ebene allerdings nicht so doll."
Während die Sportabteilungen sich finanziell einschränken müssen, durfte Manfred Albert als Leiter der Platzer Hütte (Haus am Erlenberg) mit dem Geschäftsverlauf vollauf zufrieden sein: "Ich bin die einzige Abteilung im TSV, die Gewinne macht." Immerhin lägen diese bei jährlich etwa 1200 Euro. Für 2015 sei kaum noch ein Wochenende frei. Auch 2014 sei nur ein einziges Wochenende nicht ausgebucht gewesen.
Zur Verbesserung der Finanzsituation des Vereins stimmten die 25 anwesenden Mitglieder vor allem in Hinblick auf die kommende Sanierung der Sporthalle einstimmig einer geringen Anhebung der Mitgliedsgebühren zu: So haben Erwachsene statt 65 Euro künftig 70 Euro zu zahlen, Kinder ab fünf Jahren und Jugendliche statt 45 bald 50 Euro und Familien statt bisher 130 demnächst 140 Euro.


Ehrungen

25 Jahre: Ulrike und Walter Aichner, Thomas Faber, Roland Jordan, Sigrid Metz, Dietmar Joseph Pfülb, Wilfried Ruppert, Johann Rygula, Kurt Spörer und Gerhard Voll
40 Jahre: Richard Albert, Hans Kaewel, Manfred Klabouch, Berthold Müller, Walter Renninger, Anna-Elisabeth Schröter, Thomas Seufert und Elfriede Wenzel
50 Jahre: Ursula Happ, Ernst Rellig, Dieter Scherner und Georg Schmitt
60 Jahre: Manfred Köllmer und Eike Parussel