Was Vorstand und Aufsichtsrat der Nüdlinger Energie-Genossenschaft auf den Weg gebracht haben, erläuterten sie bei der Generalversammlung. Vor allem beim Bericht von Burkard Schramm, dem Vorstandsvorsitzenden der Genossenschaft, war zu erkennen, dass der "full-time Job im Ehrenamt" ein hohes Maß an Nervenstärke und Tatkraft erfordert.
Schramm berichtete über den Fortgang der Planungsarbeiten für die Errichtung von zwei Windkraftanlagen auf Nüdlinger Gemarkung. Nach Abschluss der Artenschutzprüfung, so Schramm, habe es viele weitere Besprechungen zu den Genehmigungsunterlagen gegeben. Weitere Abstimmungsgespräche waren mit zwei Windradherstellern - General Electric und Nordex - erforderlich. Als man erfuhr, dass die Fa. Nordex im Jahr 2014 kein Windrad mehr liefern könne, musste die Genossenschaft "auf Plan B" umsteigen und der Fa. General Electric den Auftrag erteilen. Die Folge, so der Vorsitzende, seien neue Windgutachten und eine Änderung der Planung gewesen.
Das Hin und Her setzte sich fort, als General Electric mitteilte, 2014 auch nicht liefern zu können und man seitens der Fa. Nordex die Mitteilung erhíelt, dass eine Lieferung doch noch in diesem Jahr möglich sei. Mit der Genehmigung der Planung durch das Landratsamt am 7. Januar war dann ein entscheidendes Etappenziel des Projekts erreicht.
Bei der Energie-Genossenschaft war man zur Überzeugung gekommen, dass es Vorteile bringt, mit der Fa. Naturstrom GmbH als Kooperationspartner das weitere Vorgehen abzustimmen. Was man im Hinblick auf Baubegleitung, Ausschreibung oder das Projektmanagement alleine und im Ehrenamt nicht "stemmen" könne, sollte mit "Naturstrom" vorangetrieben werden.

Sehr gute Anteilszeichnung

Bei der Generalversammlung stellte "Naturstrom"-Mitarbeiter Robert Claus das Unternehmen vor, das einer der größten Ökostromhändler ist. Claus zollte den bisher im Ehrenamt geleisteten Arbeiten der Nüdlinger Energie-Genossenschaft höchste Anerkennung.
Burkard Schramm ging auf den Fortgang des Energieprojekts ein und berichtete über das Abholzen der Bauflächen seitens der Gemeinde Nüdlingen, sowie von intensiven Verhandlungen mit Banken mit dem Ziel, möglichst günstige Kreditkonditionen zu erhalten. Mit dem Ergebnis zeigte er sich zufrieden. "Die Zeichnung von Anteilen durch die Genossenschaftsmitglieder hat die Erwartungen deutlich übertroffen", sagte Schramm. "In Wartestellung" sei noch die Beteiligung der Gemeindewerke Nüdlingen, denn man wisse noch nicht genau, welchen Betrag die Genossenschaft von der zugesagten Beteiligung in Höhe von 500 000 Euro überhaupt benötige.
Ganz wichtig sei es, dass die Windkraftanlage bis zum 31.12.2014 ans Netz gehe. Dann könne man noch den günstigeren Einspeisetarif erhalten.
Vorstandsmitglied Dieter Stichler erläuterte die Gewinn- und Verlustrechnung des Jahresabschlusses 2013. Den Antrag auf Entlastung, der einstimmig angenommen wurde, stellte 3. Bürgermeister Arthur Stollberger. Er fügte hinzu: "Wir sind der festen Überzeugung, dass die Genossenschaft das Vertrauen der Bürger, vor allem der Investoren, verdient."
Heinz Wilm, der Aufsichtsratsvorsitzende, berichtete über die Kontrolltätigkeit und die gesetzliche Prüfung durch den Genossenschaftsverband. "Das Jahr 2013 war ein bewegtes und anspruchsvolles Geschäftsjahr", schloss Wilm.
Bei den Wahlen zum Aufsichtsrat wurden die turnusgemäß ausgeschiedenen Mitglieder Christian Höfler, Theodor Hein und Edgar Thomas einstimmig wiedergewählt.
Im Blick auf den weiteren Fortgang der Realisierung der beiden Windräder auf dem Lerchenberg nannte Dieter Stichler die Investitionssumme von 8 300 000 Euro. "Eine hohe Hürde wurde sauber übersprungen", resümierte er. Die Mitgliederzahl der Genossenschaft sei von 332 auf 382 gestiegen.
In einer Vorschau auf die kommenden Monate skizzierte Burkard Schramm anstehende Aktivitäten: Ausschreibung für Wegebau, Kabelbau und Bauaushub. Ab Juni sollen die Baumaßnahmen beginnen, im Juni/Juli ist der Bau der Fundamente vorgesehen, im Oktober die Erstellung der beiden Türme. Für Oktober/November rechnet man mit dem Bau der Gondeln und der Inbetriebnahme. Dann folgen im Dezember die Einregulierung und schließlich die Abnahme der Windräder.