"Ein Feuerwehrkamarad, wie man ihn sich wünscht", lobt Kreisinspektor Peter Sell seinen Vorgesetzten Benno Metz. "Ein korrekter Mann, der auch hinter den kleinen Feuerwehren steht", sagt Harald Albert, Stadtbrandinspektor von Bad Kissingen.
Der kürzlich von Joachim Herrmann (CSU) mit der höchsten bayerischen Feuerwehrauszeichnung bedachte Kreisbrandrat Benno Metz ist "Feuerwehrmann mit Herz und Verstand", sagt seine Schwester Birgit Below. Die Begeisterung wurde ihm schon "in die Wiege gelegt", berichtet auch Metz selbst. Sein Vater war bei der Feuerwehr, seine Mutter ist bis heute passives Mitglied, seine Schwester ist ebenfalls aktiv dabei. Das Datum seines Beitritts vor über 40 Jahren kennt Metz noch, ohne überlegen zu müssen: Es war der 16. Dezember 1973.


Buhlen um die Jugend

Leicht sei es damals trotzdem nicht gewesen, erzählt er mit ruhiger, zurückhaltender Stimme. Als 14 Jahre alter Junge musste er sich entscheiden: Weiter Fußball spielen oder Brände löschen. Metz hat seine Entscheidung nie bereut, könne aber verstehen, weshalb die Begeisterung für das Ehrenamt gegenwärtig rückläufig sei: "Jeder buhlt heute um die Jugend", sagt der Kreisbrandrat. Aber in mehr als zwei Vereine trete kaum ein Jugendlicher ein. Aus eigener Erfahrung könne er aber berichten, dass das Gefühl, anderen Menschen helfen zu können, "sehr angenehm und ein guter Lohn für das Engagement" sei. Er könne die Tätigkeit jedem ans Herz legen.
Seit fünf Jahren läuft eine Kampagne des Innenministeriums, um neue Mitglieder zu werben. Diese sei laut Metz recht erfolgreich, könne den Rückgang aber nur verlangsamen: "Bei weniger Geburten gibt es eben auch weniger Ehrenamtliche", sagt der Kreisbrandrat.


Landkreis ist gut aufgestellt

Zwar ist die Zahl der aktiven Feuerwehrleute seit seinem Amtsantritt rückläufig - 2006 waren es rund 5500, heute sind es 300 weniger - doch einen Grund zu klagen gebe es nicht. Im Durchschnitt kommen in Bayern 27 Feuerwehrleute, auf 1000 Einwohner, im Landkreis Bad Kissingen sind es 53, fast doppelt so viele. Auch zwei neue Standorte, Bad Brückenau und Hammelburg, sind während Metz' Amtszeit zu den beiden in Bad Kissingen und Münnerstadt hinzu gekommen. Das zieht viele Verwaltungsaufgaben nach sich. "Bei den großen Einsätzen fahre ich noch mit", sagt Metz, "aber die Schreibtischarbeit nimmt mich schon sehr in Anspruch". Zudem arbeitet er hauptberuflich beim Finanzamt, da bleibt nicht mehr die Zeit, bei jedem Brand dabei zu sein.


Für alle ein offenes Ohr

Stattdessen sitzt er viel im Büro und hat "jederzeit ein offenes Ohr für die Belange der Feuerwehren", sagt Bernd Ort, Kommandant der Wehr in Reiterswiesen. Für die Erweiterung des dortigen Hauses hat der Kreisbrandrat Fördergelder aus Würzburg beantragt."Er schaut immer, dass alle zufrieden sind", meint sein Stellvertreter Peter Sell. Das sei meistens auch gut, doch "auf den Tisch hauen kann er leider nicht. Manchmal würde ich mir das schon wünschen", sagt Sell. Sein Führungsstil sei sehr demokratisch, alle Stimmen würden gehört.


Veränderungen, immer wieder

Eine große technische Veränderung steht derzeit bei der Feuerwehr im Landkreis an, die Einführung des Digitalfunks, "aber da sind wir ja leider noch drüber", sagt Metz. Besonders für Schulungen seien aber einheitliche Funkgeräte sinnvoll. Immerhin, für 80 Prozent der Aktiven sind sie nun bestellt worden. Bis die gesamte Feuerwehr im Landkreis auf Digitalfunk umgestellt hat, wird aber noch ein Weile dauern.
Benno Metz könnte dann noch Kreisbrandrat sein. Das Amt wird alle sechs Jahre gewählt, 2018 würde er noch ein drittes Mal annehmen, "ich fühle mich sehr wohl bei der Aufgabe", sagt er. Das wäre dann aber die letzte Amtszeit, denn 63 Jahre sind das Höchstalter bei der bayerischen Feuerwehr.


Frauen zur Feuerwehr

Für die Zukunft würde Metz sich mehr Frauen im Dienst wünschen, bisher sind es etwa 400 Aktive im Landkreis, rund acht Prozent. Deutlich höher ist der Anteil in der "Feuerwehrsfamilie Metz", weiß die Schwester Birgit Below. Sie selbst ist Frauenbeauftragte der Feuerwehr für Unterfranken und den Landkreis Bad Kissingen. Ihren Bruder beschreibt sie als "zuverlässig", "genau" und "kameradschaftlich", als "Feuerwehrmann mit Herz und Verstand".