"Aber keine Angst: Ab Mitte April 2015 steht die Ausstellung wieder für Besucher offen", informiert Museumsleiter Heinrich Muth. Die Winterpause muss sein - schließlich ist die Scheune unbeheizt. "Und da muss einiges ausgelagert werden", erklärt er. Die Bekleidungen und die Trachten beispielsweise brauchen ein warmes Domizil, damit die Kälte ihnen nichts anhaben kann. Aber auch die antiken Radios werden den Winter über im Wohnhaus von Lydia und Heinrich Muth verbringen. "Wir wollen nicht, dass die Ausstellungsgegenstände Schaden nehmen", ist Muth besorgt.

Trotz der Schließung der Museumsscheune wird der Winter für die Muths keine Zeit der Erholung werden. Es ist geplant, die Ausstellung in der Museumsscheune zu vergrößern, was natürlich viel Arbeit mit sich bringt. So soll beispielsweise ein neuer Herd in einen noch unbenutzten Raum im Obergeschoss eingebaut werden. Dabei hat Heinrich Muth an alles gedacht. Sogar eine elektrische Seilwinde hat er eingebaut, damit die - wie im Fall des Herdes - sehr schweren Gegenstände leicht in das Obergeschoss transportiert werden können. "Der Herd ist ein schönes Exemplar, und gemeinsam mit den Töpfen, verschiedenen Waffeleisen und anderen Gegenständen werden wir hier einen kleinen Schauraum einrichten", ist Muth bereits voller Vorfreude.

Schon genaue Vorstellungen

Dabei hat er sich schon genau informiert, wie der Raum eingerichtet werden soll. Inspiration holt er sich dabei manchmal aus dem Internet, aber auch Ausstellungen in anderen Museen geben ihm immer wieder neue Denkanstöße. "Man ist eigentlich nie fertig und macht sich immer wieder Gedanken: Was könnte man Neues in die Ausstellung einbauen, was verändern?", erklärt Muth.

Dabei wird fast alles in Eigenregie gemacht. Die Vitrinen, die unter anderem eine Puppenstube schützen, hat er selbst gebaut, und auch die Beleuchtung fertigte er dazu an. "Man macht sich im Vorfeld natürlich viele Gedanken: welches Leuchtmittel setzt man ein, wie ordnet man die Lichter an: schließlich soll am Ende ja alles gut zusammenpassen", so der Museumsleiter. Und natürlich erhält man auch immer wieder Anfragen, ob die Museumsscheune neue Gegenstände benötigt. "Natürlich können wir nicht alles annehmen, aber wir haben zum Beispiel vor, im neuen Jahr eine restaurierte Getreideputzmühle einzubauen und deren Funktionsweise dann zu präsentieren", freut sich Muth schon.

Jugendlichen ein Bild machen

Denn ihm und seiner Frau geht es vor allem darum, den heutigen Jugendlichen und Kindern zu zeigen, wie man damals lebte und arbeitete. Schon viele Schulklassen haben seine Ausstellung besucht. Ihm macht es Spaß, die früheren Zeiten wieder aufleben zu lassen und den Schülerinnen und Schülern Handwerkstechniken zu zeigen, die längst vergessen sind. "Das fällt uns relativ leicht. Schließlich hatten sowohl meine Eltern als auch die Eltern meiner Frau Landwirtschaft daheim, und so haben wir beide mit vielen Maschinen noch selbst gearbeitet", so Muth.

Doch auch wenn jetzt bald Winterpause ist - Heinrich Muth wird trotzdem jede freie Minute in seine Museumsscheune investieren. So will er die dort stehenden Objekte in naher Zukunft katalogisieren. Dafür bleibt ihm im Winter dann genug Zeit.

Erlös für die Lebenshilfe

Bis die Museumsscheune die Tore über den Winter schließt, bleibt aber noch etwas Zeit. Am Samstag und Sonntag, den 29. und 30. November, ist dann letztmalig in diesem Jahr geöffnet. Neben Kaffee und Glühwein gibt es an beiden Tagen für die Besucher auch Gebäck. Der Erlös geht in diesem Jahr an die Lebenshilfe nach Nüdlingen. Der Eintritt in die Museumsscheune ist frei.