Der frühere Bad Kissinger Oberbürgermeister Karl Heinz Laudenbach muss ins Gefängnis, weil er an einem von ihm vermittelten Immobiliengeschäft mitverdient hat. Das Landgericht Würzburg verurteilte ihn am Donnerstag wegen Vorteilsannahme im Amt und Steuerhinterziehung zu zwei Jahren und acht Monaten Haft. Laudenbach habe als Oberbürgermeister den Kontakt zu einem russischen Investor hergestellt, der 2008 über eine Schweizer Firma ein leerstehendes ehemaliges Kurhotel von der Arbeiterwohlfahrt kaufte. Dafür kassierte der Stadtchef später 434.000 Euro Provision.

Außerdem hinterzog er 317.000 Euro Einkommensteuer, Solidaritätszuschlag und Umsatzsteuer. Der 57-Jährige hatte am Vormittag nach einem Deal mit der Staatsanwaltschaft ein Geständnis abgelegt und damit die Hauptverhandlung nach fast drei Monaten abgekürzt. "Ich bin froh, dass es vorbei ist", sagte Laudenbach, der seit mehr als einem Jahr in Untersuchungshaft sitzt. Bis dahin hatte er zwar die Steuerhinterziehung und den Empfang des Geldes eingeräumt, die Vorteilsannahme jedoch zurückgewiesen.

Dieser Straftatbestand ist nach Ausführung des Vorsitzenden Richters Hans Brückner erfüllt, obwohl das Geld erst nach Ende der Amtszeit floss. Die Kammer sei davon ausgegangen, dass die Provision schon während Laudenbachs Zeit als Oberbürgermeister vereinbart worden sei.

Geld floss zum Teil über ein Konto des Bruders

Die Arbeiterwohlfahrt zahlte damals 800.000 Euro Provision an eine Firma im Karibik-Staat Belize, mehr als die Hälfte floss dann in mehreren Tranchen an Laudenbach - zum Teil über ein Konto seines Bruders in Österreich. Staatsanwältin Tanja Zechnall wertete dies als Verschleierung.

Der parteilose frühere Kriminalbeamte war von 2002 bis 2008 auf CSU-Ticket Stadtchef von Bad Kissingen. Der Verkauf des Kurhotels Fürstenhof und eines Nachbargebäudes sei ein politischer Erfolg für ihn gewesen, so Zechnall in ihrem Plädoyer. "Das hat er im Rahmen seiner Dienstgeschäfte als Oberbürgermeister getan." Damit habe er das Geld nicht annehmen dürfen.

Die Verteidigung hatte argumentiert, Laudenbach sei nur wegen Steuerhinterziehung zu verurteilen, da die Vorteilsannahme verjährt sei. Dem folgte die Kammer nicht. Anwalt Norman Jacob sagte, Laudenbach habe damals auch eine neue Existenz für die Zeit nach seiner Amtszeit im Blick gehabt. "Seine Überlegung war eben auch, dass er im Nachhinein irgendetwas wird tun müssen." Sein Mandant sei wirtschaftlich am Ende. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.