Die neue Haarder Ortsdurchfahrt ist seit einigen Tagen fertig gestellt. Nach der Bauabnahme sind lediglich noch einige kleinere Mängel zu beseitigen. "Aber es ist nichts Dramatisches dabei", versicherte Steffen Kiesel, der als Technischer Angestellter des Landkreises die Bauleitung inne hatte.
Der Neubau der Ortsdurchfahrt war zwar ein Projekt des Landkreises. Die Gemeinde Nüdlingen war daran jedoch nicht unerheblich beteiligt. Bevor mit den Straßenbauarbeiten durch die Firma Stolz (Untererthal) begonnen werden konnte, waren aufwendige Kanalsanierungsarbeiten notwendig.
Während der Straßenneubau durch das Ingenieurbüro Hahn geplant wurde, beschäftigte sich das Büro Hossfeld-Fischer mit den Kanalbauarbeiten. Baubeginn war am 27. Februar 2012. Fertig wird alles am 31. Mai 2013 sein. "Wir wären früher fertig geworden, aber der lange Winter hat uns zu schaffen gemacht", sagt Steffen Kiesel.
Mit den Haarder Bürgern, die im Zuge der Bauarbeiten etliche Einschränkungen hinnehmen mussten, habe es keine Schwierigkeiten gegeben. Bauleiter Kiesel ließ sich sehr oft in Haard sehen und blieb mit den Einheimischen im Gespräch.
Auch die anfangs umstrittene Gemeinderatsentscheidung, die Gehsteige zu pflastern, sei schließlich akzeptiert worden. "Ich denke, es war die richtige Entscheidung", fügt Bauleiter Kiesel hinzu. An die anfangs in Leserbriefen geäußerte, heftige Kritik am Pflaster erinnert er sich nur ungern. Heute sind alle Haarder stolz auf die schöne Ortsdurchfahrt, meint er.
Im Zuge des Straßenbaus war es teilweise nötig, Grund von den Anwohnern zu erwerben. Schließlich sollte die Gehwegbreite durchgehend 1,50 Meter betragen. Lobend äußerte sich Steffen Kiesel über die Zuarbeit der Haarder Bürger, deren Grundstücksgrenzen neu zu errichten waren. Ihre Bemühungen, auch bei der Neugestaltung der Vorgärten, hätten zu einer weiteren Verschönerung des Ortsbildes beigetragen.
Sehr gut gelungen sei auch der "Lückenschluss" für den Radweg, der in die bestehende Straße nach Burghausen einmünde, und die durchgehend behindertengerechte Bauweise. Wie der Bauleiter berichtet, habe sich auch Robert Zeitz, der Polier der Straßenbaufirma Stolz, lobend über die sachliche, konstruktive Einstellung der Haarder Bürger während der Bauzeit geäußert.
Nach den Baukosten befragt, wollen sich weder Steffen Kiesel noch Nüdlingens Bürgermeister Günter Kiesel auf genaue Zahlen festlegen. Man müsse auf die Endabrechnung warten, die erst im Herbst vorliegen werde.
"Haard hat insgesamt gewonnen" - zog Bürgermeister Günter Kiesel nach Neubau der Ortsdurchfahrt Bilanz. "Es war unser Bestreben, dass die neue Straße nicht nur erschließen soll. Sie muss Lebensqualität vermitteln," betonte Kiesel. Außerdem gebe es in Haard weniger Leerstände als in Nüdlingen. Letztlich erhöhe sich mit der attraktiven Ortsdurchfahrt auch der Wert der Immobilien.
Das Bestreben, dass die neue Ortsdurchfahrt, samt den gepflasterten Gehwegen, sauber bleiben soll, drückte ein langsam vorbeifahrender Haarder Unternehmer scherzhaft so aus: "Jetzt fehlt nur noch Eines: Wir brauchen einen Schuhschrank für dreckige Schuhe, wenn Besucher nach Haard kommen."