Konsequenz in Sachen Stromversorgung für das Naturerlebnisbad Aura haben jetzt die Gemeinderäte gezeigt. Sie stimmten für den Bau einer eigenen Photovoltaikanlage (PV) auf dem Dach des Schwimmbadgebäudes. Keine kalte Dusche soll die Badegäste künftig abschrecken sondern öko-warmes Duschwasser soll Wohlbefinden verbreiten. Mit 5:3 Stimmen gab der Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstag grünes Licht, eine 17,5 kWp starke PV mit PV-Elementen auf drei Dachflächen des Schwimmbadgebäudes zu installieren.

Im Gespräch war auch eine kleiner dimensionierte Anlage mit 7,0 kWp Leistung aus nur einem PV-Dach, die statt der rund 30 000 Euro nur etwa 12 500 Euro kosten würde. "Bei Hochbetrieb reicht das aber nicht aus", hatte Bürgermeister Thomas Hack (CSU / Bürger für Aura) ermittelt. Ökostrom aus eigener Ernte soll das Sahnehäubchen für das Naturerlebnisbad Aura sein. Mit dieser Energie soll nicht nur der Durchlauferhitzer für Warmwasser betrieben werden, sondern auch noch weitere Aggregate wie zum Beispiel die Wasserpumpen oder der Küchenbereich. "Das ist kein Luxus sondern rechnet sich", setzte Hack die Ersparnisse von Kosten für die gestrichene Chemie sowie für die Heizkosten und für den elektrischen Strom dem Anschaffungspreis entgegen. Die Amortisation sei in etwa zehn Jahren erreicht.

Die Öko-Attraktion rechnet sich

Das Darlehen in Höhe von 150.000 Euro, dem die Räte jetzt zustimmten, ist eine der drei Finanzsäulen. Die beiden anderen stammen aus dem Sonderkonto mit 165.000 Euro Bürgergeld und der Leader-Förderung in Höhe von weiteren 150.000 Euro. Da spielte die Beschlussfassung für einen neuen Absauger zur Reinigung des Schwimmbeckens in Höhe von etwa 3000 Euro eine untergeordnete Rolle. Das Gesamtvolumen des Projektes Naturerlebnisbad Aura nähert sich bei aktuellem Stand von 462.000 Euro (inklusive Architektenhonorar) allmählich dem Ende. "Bei den günstigen Zinsen und Fördermöglichkeiten sollten wir jetzt handeln und diese umweltfreundliche Attraktion für Aura konsequent realisieren", blickte Hack auch auf Nachbarprojekte wie zum Beispiel den Sulzthaler Dorfplatz.

Keine Chance für Legionellen

Auch über die gesundheitlichen Auswirkungen hatte man sich Gedanken gemacht. So soll laut Planungsentwurf von Hartmut Vierle die Gefahr von Legionellenproblemen von vorn herein ausgeschlossen sein. Ein automatisches Schutzprogramm mit Wärmepumpe sorgt laut Planung für die nötige Temperatur. Außerdem gibt es nur kurze Leitungswege für das Warmwasser zum Duschen. "Eine warme Dusche, am Besten in Verbindung mit einer kalten Wechseldusche bringt Wohlbefinden und wehrt das Krankheitsrisiko ab", verweist Vierles Planung auf die Kneipp´sche Lehre.

Überschüssigen Strom einspeisen

Bei geschickter Regelung könne der Stromverbrauch aus dem Versorgungsnetz per eigener PV-Anlage um zwei Drittel gesenkt werden, so Vierles Planung weiter. Dadurch sei man weitgehend unabhängig von der allgemeinen Strompreisentwicklung und könne die laufenden Kosten stabil berechnen. Hinzu komme der Imagegewinn für Aura in Sachen Umweltschutz. Nicht benötigter Strom, der ins öffentliche Netz fließt, bringe außerdem noch einen Gewinn.

Da passte es gut zum Thema, dass die Energieberater Pius Weis und Günther Wanger von der Energie-Agentur Unterfranken zu Beginn der Gemeinderatssitzung das Projekt "Energiecoach für die Gemeinde Aura" vorstellten. "Weg von den fossilen Energiequellen und hin zu den erneuerbaren Energien", lautete die Empfehlung der Experten. Die Summe dieser Potenziale aus Sonne, Wind, Holz, Biomasse, Wasserkraft und regionaler Geothermie sei das effiziente Energierezept. Freilich müsse dabei auch kräftig investiert werden, insbesondere in die Isolierung von alten Gebäuden. Wanger stellte Sonderprogramme für Unterfranken mit Beteiligung von Bürger-Genossenschaften vor und verwies auf günstige Kredite der KfW.