Aus den Partnerstädten kommen jeweils Delegationen zum Rakoczy-Fest in der Saalestadt. Im "Fränkischen Weindorf", neben dem Rathaus, schlagen sie ihre "Zelte" auf. Und gute Freunde bringen was mit. Und so verköstigten die Delegationen aus Vernon (Frankreich), Eisenstadt (Österreich) und Massa (Italien) die Besucher des Festes mit regionalen Speisen und Getränken der Herkunftsländer.

Französicher Empfang

Tradition hat es auch, dass die Franzosen am Sonntagvormittag zu einem kleinen Empfang einladen. Da hat man sich gestern gefreut, dass mit Franco Tortorella nicht nur ein guter Freund wieder mal nach Bad Kissingen gekommen ist, sondern auch eine italienische Delegation bestehnd aus zwölf Personen. "Wir haben gespürt, dass Massa drei Jahre lang am Rakoczy-Fest gefehlt hat", sagte Tortorella. Viele seien überrascht gewesen, den Stand heuer im "Fränkischen Weindorf" wieder zu finden. Nach wie vor kämpfen die Partnerschaftsfreunde in Massa für mehr politische Unterstützung. In diesem Jahr hat sich deshalb mit Franco Tortorella und Stefania Dell'Amico eine "Freiwilligen-Delegation" zum Stadtfest nach Bad Kissingen aufgemacht, mit sehr großem Engagement, das alle Besucher mit Wohlwollen aufgenommen haben.
Für die Freunde aus Eisenstadt und Vernon ist das Rakoczy-Fest in jedem Jahr "gesetzt". "Seit 15 Jahren sind wir kontinuierlich dabei", so Michel Guibout aus Vernon. 14 "Aktive" und elf "Touristen" kamen heuer mit ihm von der Seine an die Fränkische Saale gereist und für die Vernoneser bedeutet der Besuch immer jede Menge Arbeit. "Jeder Aktive leistet jeden Tag vier Schichten zu je drei Stunden, so Guibout. Bei der Hitze dieses Festes war das richtige Arbeit, natürlich auch für die übrigen Delegationen. Aber: Allen macht das Spaß, alles ist ehrenamtlich, wie der Vorsitzende des französischen Partnerschaftskomitees betonte.
Beinahe eine Familienangelegenheit ist für die Eisenstädter der Besuch auf dem Fest gewesen. "Viermal Mühlgassner ist dabei", sagte Delegationsleiter Norbert Mühlgassner, dazu die Vertreter zweier Weinbauschulen Eisenstadts. Durchgehend sind die Österreicher seit 1994 beim Rakoczy-Fest vertreten.

Bei Gastfamilien untergebracht

Alle Delegationen sind zum überwiegenden Teil während ihres Aufenthaltes in Gastfamilien untergebracht, meistens sind das langjährige Freunde und Bekannte. Und genau dieses enge menschliche Miteinander ist für Oberbürgermeistermeister Kay Blankenburg (SPD) das Wichtigste an diesem jährlichen Treffen. "Was ihr mitbringt", sagte er gestern den Delegationen, "ist nicht nur Essen und Trinken. Was ihr mitbringt ist Freundschaft". Und darum geht es bei den Partnerstädten zum Rakoczy-Fest, gelebte Freundschaft zu einem sehr, sehr angenehmen Anlass.