Rotkreuzbereitschaftsleiter Thomas Menz ging deshalb vor allem auf die Arbeit des Roten Kreuzes, speziell im Kissinger Bereich, für das vergangene Jahr ein und die vielfältigen Aufgaben und Einsatzgebiete. Seinen Bericht untermalte er mit Bildern und Statistiken, die zeigen, wie die Mitgliederzahlen der Bereitschaft Bad Kissingen auf 128 kontinuierlich angewachsen sind.

Auch in Zukunft gut aufgestellt

Kolonnenarzt Dr. Ralf Brath betonte, dass der Rettungsdienst in allen Bereichen zugelegt habe, "in der heutigen Versammlung gehe es aber nur um die Bereitschaft, Einsatzzahlen würden in einer gesonderten Pressekonferenz bekanntgeben". Acht bzw. 13 Wochen Vollzeitausbildung benötigten die freiwilligen Helfer, bis sie Rettungsassistenten oder Rettungssanitäter sind, ließ er wissen und fügte an, dass man durch das Engagement der Freiwilligen auch in Zukunft gut aufgestellt sei "wenn wir denn weiter helfen dürfen und nicht nur Formulare ausfüllen müssen". Über das Blutspendeteam, Einsatzführungsdienste, Motorradstreife, Schnell-Eingreif-Gruppe, die Sozialarbeit und Altkleidersammlungen zur Mittelbeschaffung des umfangreichen Fuhrparks kam Menz dann zum Höhepunkt des Abends, der Ehrung langjähriger Mitglieder. Zuvor jedoch gab er die Gesamteinsatzstunden der Bereitschaft mit über 30.000 Stunden an, was gegenüber dem Jahr 2001 eine Steigerung von exakt einem Drittel bedeute.

Urgestein der ersten Stunde

125 Jahre Rotes Kreuz in Bad Kissingen: fast die Hälfte dieser Zeit war und ist Franz Zehkorn beim Roten Kreuz tätig. Er sei "ein Urgestein und Sanitäter der ersten Stunde" so Thomas Menz. Noch heute käme der inzwischen 77-jährige jeden Montag zu den Ausbildungsabenden. In den sechziger Jahren war er einer der ersten "Hauptamtlichen" des Rettungsdienstes. Er wurde praktisch in den Beruf "hineingeboren" erzählt der muntere Weißhaarige. "Als junger Bursch hab ich bei der Kurverwaltung gearbeitet und 1953 gleich gegenüber dem Kolonnenhaus gewohnt und da haben sie mich oft rausgeklingelt, wenn sie einen Beifahrer brauchten". Mit 18 machte er dann seinen Führerschein und durfte selbst fahren. Mit seiner Frau zog er ins Kolonnenheim ein, als einer der ersten hauptamtlichen Retter. "Aber ohne meine Frau hätte ich das nie leisten können", erzählt er heute, denn seine Waltraud hatte während seiner Dienstfahrten Telefondienst. Auch während seiner Zeit als "Hauptamtlicher" war er für die Bereitschaft ehrenamtlich tätig, vor allem als Ausbilder, seit insgesamt 60 Jahren.

Auch Marika Hahn und Elisabeth Metz, die für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt wurden, sind genauso wie Ralf-Peter Beck und Heinz-Joachim Beck aktiv im Kreisverband. So organisiert Marika Hahn seit Jahrzehnten alle Blutspendetermine im Bereich Bad Kissingen. Wer einmal bei einer Kissinger Rot-Kreuz-Veranstaltung war, lernte das von Elisabeth Metz zubereitete Essen zu schätzen. Ralf-Peter und Heinz-Joachim Beck, die beide für 35 Jahre Mitgliedschaft geehrt wurden, sind hingegen mehr auf der Autobahn zu finden. Beide gehören der BRK-Motorradstaffel an, Ralf-Peter Beck ist deren örtlicher Leiter.

"Das Rote Kreuz in Bad Kissingen ist ein fairer und verlässlicher Partner", so Oberbürgermeister Kay Blankenburg. Polizei, Feuerwehr und Kreisbereitschaftsleitung drückten ebenfalls Grüße aus, die Stadtbrandinspektor Harald Albert so zusammenfasste "(das ist) eine nicht zu bezahlende Leistung, die ihr hier vollbracht habt."
Als Highlight 2013 bezeichnete das Rot-Kreuz-Orchester unter Leitung von Alexander Wachsmann, die musikalische Verabschiedung der Präsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes durch den Bezirksverband Unterfranken in Würzburg.