Mit 8:1 Stimmen befürworteten die Räte bei ihrer Sitzung am Montag den baldigen Abriss des "Gowels"-Kellers, der am Rande des Dorfplatzes nahe der Kirchenmauer liegt. Dieser Entscheidung ging eine längere, lebhafte Diskussion voran. Auslöser waren zwei Sachverständigen-Gutachten, die mit Pro und Contra unterschiedlich Stellung zum Thema Abriss bezogen.
Bürgermeister Konrad Weingart (CSU) vertrat die Auffassung, der Aufwand zur Absicherung und Erhaltung des Kellers sei finanziell nicht vertretbar. Gemeinderat Ralf Ruppert (Freie Wählergemeinschaft Sulzthal) hielt entgegen, dass hier Historisches vernichtet werde. "Eineinhalb Jahre nach dem ersten Gutachten soll es jetzt aufgrund des zweiten Gutachtens plötzlich schnell mit dem Abriss im Galopp gehen", so Ruppert. Reinhold Moritz (SPD) betonte, er teile zwar Rupperts Bedenken, stimme aber für den Abriss wegen hygienischer Bedenken. Denn an der Stelle des Kelllers soll im Rahmen der Dorfplatzneugestaltung demnächst ein Backhaus eingerichtet werden.

Noch Platz für Erdreich


Vor der Sitzung gab es einen Ortstermin am Südrand der geschlossenen Erdaushubdeponie. Bürgermeister Weingart stellte fest, dass dort "quasi zum Nulltarif" noch ein wenig Platz für das Erdreich frei sei, was bei der Erneuerung des Dorfplatzes anfalle. Die Frage, ob für Wallfahrer am Deponierand eine Wegtrasse in dem gemeindlichen Magerrasengebiet errichtet werden soll, blieb offen.
Dass ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern in der Hauptstraße eingeführt werden soll, unterstützten die Räte mit einem Beschluss von 7:2 Stimmen. Ein entsprechender Antrag soll jetzt der zuständigen Straßenverkehrsbehörde zugehen.
Ein Grund für diese Entscheidung waren verschiedene Geschwindigkeitsmessungen im Juli. Im Blick hatten die Räte nicht nur das Tempo, das laut Messungen zu 80 Prozent über 30 Stundenkilometer lag, sondern auch das Befahren der Gehwege durch Autos. "Wir müssen hier etwas tun, bevor es zu Unfällen kommt", forderte Gabriele Dehmer (SPD). Karl-Heinz Stahl (CSU/Wählergemeinschaft) machte zudem auf die unbefriedigende Parksituation in der Hauptstraße aufmerksam.