Am 1. Mai 2015 war der große Saal des Bayerischen Hofes nicht ganz so stark frequentiert wie im letzten Jahr, doch die Stimmung unter den Gästen, Musikern und den Gewerkschaftern wurde dadurch nicht getrübt. Der Oberbürgermeister und Stadträte hatten aufgrund einer Festivität in der Partnerstadt Eisenstadt abgesagt, und zahlreiche krankheitsbedingte Absagen ließen die eine oder andere Lücke klaffen. So auch die des "Pflege am Boden-Sprechers" Markus Oppel, der Stunden vor der Veranstaltung ins Krankenhaus musste.

Probleme im Pflegebereich

Gerhard Klamet, Kreis- und Ortsvorsitzender begrüßte die rund 50 Maigäste bei Weißwürste, Brezeln und Bier. Er riss die Themen Mindestlohn und Industrie 4.0 an, die von der Hauptrednerin Doris Aschenbrenner noch vertieft wurden. Weiter gab er einen Überblick über die Aktivitäten des DGB im vergangenen Jahr und warb für die geplanten Veranstaltungen Asyl und "Kapitalisierung im Gesundheitswesen". Auch ging er auf die Betriebsschließungen der Region ein und erwähnte die Wichtigkeit von gewerkschaftlicher Organisation und Betriebsratsgründungen.
Auf die Zustände in der Pflege wies Karin Stratmann hin, die stellvertretend für Markus Oppel die Rede hielt. Mobbing, Burn-Out, Personalnotstand, mangelnde Hygiene und der Mindestlohn für Pflegekräfte waren ebenso Inhalt der Rede wie die Ermunterung, weiterzukämpfen für bessere Bedingungen, sowohl für den Patienten als auch die Pfleger.
Das Thema "Die Arbeit der Zukunft" gestalten wir", griff Doris Aschenbrenner in der Hauptrede auf. Sie ist Sprecherin der Jungen GEW Unterfranken, Politikerin und Informatikerin mit dem Schwerpunkt Robotik, von daher Spezialistin beim Thema Zukunft der Arbeit in einer digitalisierten Welt. Doris Aschenbrenner griff das Thema Mindestlohn auf und schilderte Praxisbeispiele aus den Fällen, die bei der DGB-Hotline einliefen, eingerichtet vom DGB zur Information über den Mindestlohn, und die erkennen ließen, dass viele Arbeitgeber massiv gegen die Rechte des Mindestlohngesetztes verstießen. Zu dem Thema "Dokumentationspflicht" brachte es die attraktive Rednerin auf den Punkt: "derjenige, der damit nicht klar kommt ist entweder ein Depp oder ein Gauner."
Zum Thema Asyl warb sie um Verständnis und kritisierte wie oftmals mit Flüchtlingen umgegangen wurde. Sie erwähnte die Katastrophe auf dem Mittelmeer bei dem 700 Menschen den Tod fanden. Jährlich kämen immer mehr Menschen auf den Meeren um, dies bedürfe einer Lösung. Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit erteilte sie ebenfalls eine klare Absage.

Industrie 4.0

Die Arbeit der Zukunft sei in einem neuen Prozess, stieg Doris Aschenbrenner ins Kernthema ein. Die Wissenschaftlerin mit dem Fachgebiet Robotik betonte ausdrücklich, dass es enorm wichtig sei, in dem neuen Prozess - es fielen die Schlagworte Industrie 4.0 - die Gewerkschaften zu beteiligen, um die Interessen der Beschäftigten zu wahren. Die neue technische Evolution sei nicht aufzuhalten, sie berge viele Chancen, wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch das Arbeiten von Zuhause, aber auch zahlreiche Risiken. Die ständige Erreichbarkeit auf Handy oder Notebook zu jeder Tages- und Nachtzeit sei ein Thema, dem man sich stellen müsse, denn es handele sich hier oft um unbezahlte Arbeitszeit.
Zwischen den einzelnen Gastrednern sorgte das Rhön -Trio für die musikalische Untermalung. red