Der Windheimer Kappenabend hat einen ganz besonderen Flair. Die Themen sind lokal, humorvoll werden die Eigenarten der Dorfbevölkerung aufs Korn genommen. Den meisten Windheimern ist es schon passiert, dass sie beim Kappenabend humoristisch veralbert wurden. Mit Spannung wird schon lange vor dem Kappenabend gerätselt, wer heuer wohl "wieder drankommt". Dabei erwarten die Besucher schon immer den Auftritt gewisser Charaktere.
Eine von ihnen ist Petra Bötsch, die seit 1991 (mit zwei Ausnahmen) in jedem Jahr mindestens einen Auftritt in der "Alten Schuel" hat und hatte. Heuer trat sie gleich dreimal auf. Ihr zur Seite steht ihr Mann Roland. Seit vielen Jahren stehen beide gemeinsam in der Bütt und bringen das Publikum zum Lachen. Allein die Stimme von Petra Bötsch ist es, die den Windheimer Kappenabend unverwechselbar macht - laut, durchdringend und einfach ganz besonders. Ein Mikrofon braucht sie nicht, sie verschafft sich auch so Gehör.

An die Kinder vererbt

"Im Fasching drehe ich so richtig auf. Das macht immer sehr viel Spaß", sagt die Kinderpflegerin, die man im alltäglichen Leben eher als ruhig und zurückhaltend kennt. Doch in der Bütt ist sie ganz in ihrem Element. Sie und ihr Mann lieben es, sich gegenseitig aufs Korn zu nehmen und über allzumenschliches zu berichten. Ihre Liebe zur Windheimer Bütt haben die beiden auch auf ihre drei Kinder vererbt: Jessica, Fabian und Philipp Bötsch treten beim Kappenabend mindestens einmal auf und das auch schon seit vielen Jahren. Ihnen zur Seite steht seit einiger Zeit der Freund Jessicas, Benjamin Gernert. Doch auch beim Männerballett mischen Roland und Fabian Bötsch mit, Fabian hat zudem meist noch Auftritte mit anderen Gruppen. Für sie ist der Windheimer Büttenabend immer etwas ganz Besonderes.
Petra und Roland Bötsch traten heuer als zwei müde Wanderer auf, die anschließend den Weg ins Windheimer Vereinsheim gefunden haben. Während der eine seine Brotzeitdose auspackte, wusste sich die andere an einem Fresskorb zu erfreuen. Beide nahmen sich herrlich selbstironisch aufs Korn, natürlich nicht ohne auch über die Untugenden der Windheimer einiges zum Lachen zu bieten.

Sport und Spott

Die Moderation haben auch in diesem Jahr wieder Andrea Nöth und Jürgen Meder übernommen. Getreu dem Thema des Abends "Es lebe der Spo(r)(t)t" hatten sich Jessica, Fabian, Philipp Bötsch und Benjamin Gernert als Fahrradfahrer verkleidet, und boten mit ihren Witzen Spaß am laufenden Band. Natürlich bekamen auch die Windheimer Vereine ordentlich ihr Fett weg. Edgar Borst und seine Truppe persiflierten wie in jedem Jahr Windheimer Größen und führten deren Eigenarten mit spitzer Zunge vor. Ob der wunderschöne Weihnachtsbaum im Vereinsheim oder der notorische FC-Bayern-Hass einiger Zeitgenossen - alles kam aufs Tapet.
Weiter wirkten mit: Die Dance-Girls, die von Theresia Beck und Daniela Müller trainiert worden waren, eröffneten den Abend mit einem flotten Tanz. Die Tanzgruppe Winner Madels unter Hannah Hopf und Melanie Kirchner sorgten für viel Stimmung. Am Ende tanzten auch die Zuschauer ausgelassen mit. Einen Gastauftritt hatte die Garde Garitz, die dem Publikum mit ihrem Tanz einheizte. Das Männerballett, das von Katrin Dudek und Andrea Nöth trainiert wird, erschien in Nonnentracht. Doch auch im knappen Trainingsanzug sorgten sie für ausgelassene Stimmung.
In den Spuren der Sendung "Herzblatt" wandelten die Budenbewohner. In Windheim findet jeder Single seinen Traumpartner, sei es der rasende Reporter, der Traktorliebhaber oder der Atomphysiker. Nur in Windheim kann es passieren, dass der Herzblatthubschrauber schon mal nach Bad Bocklet fliegt.
"Heute wird geschunkelt und gelacht - der Altenclub feiert Fasenacht" hieß es bei Edgar Borst und Crew. Windheimer Originale wurden veralbert und ihre Eigenheiten unter die Lupe genommen.
Mit viel flotter Musik wussten die Triathleten Thomas Reuß, Lothar Hein und Claudia Beck das Dorfgeschehen zu karikieren. Natürlich machte man sich auch über die Belange der Stadt Gedanken und Lothar Hein, der das "lustige Rentnerleben" sehr schätzt, gab eine haarsträubende Idee zum Besten, wie man das Wasser im Münnerstädter Schwimmbad kostengünstig erwärmen könnte. Doch auch Ortssprecher Klaus Schebler, der anstatt "Neuer Wege" anzulegen nun für"tiefe Gräben" im Windheimer Wald sorgt, bekam den Spott der drei ab.