Das Thema Windenergie beherrschte die Bürgerversammlung, in der sich vor allem Bewohner der Schwarzen Pfütze gegen weitere Anlagen aussprachen. Weitere Punkte waren Hundekot, Holzeinschlag, Friedhofstreppe, Löschweiher, Geschwindigkeitseinhaltung und Dorfwettbewerb.

Bürgermeister Franz Kuhn (CSU) ging auf die Windprojekte ein. "Nachdem sich im südlichen Bereich auf Eltingshäuser Gemarkung naturschutzrechtliche Probleme ergaben, erfolgte eine Trennung. Im Nordbereich auf Rottershäuser Gemarkung wurden drei Windräder genehmigt, im letzten Jahr errichtet und an das Stromnetz angeschlossen. Im Süden wurde ein Standort gänzlich gestrichen, die beiden anderen möchte die Energieallianz verwirklichen, muss aber Naturschutzfragen vor allem zu Rotmilan und Mittelspecht mit den Behörden abklären. "Gespräche fanden statt, Ergebnisse liegen nicht vor. Exakte Standorte sind nicht festgelegt", gab Kuhn weiter.

Ihre Sorgen verdeutlichten als Bewohner der Schwarzen Pfütze Bianca, Larissa und Walter Renninger sowie Manuel Wissel und Wladimir Kashawar: "Mit den drei Anlagen, die genug Lärm und Schattenwurf machen, hat die Gemeinde ihre Mitverantwortung zur Energiewende erfüllt. Diesen Emissionen sind wir ausgesetzt, weitere dürfen nicht hinzukommen. Wir werden alles daransetzen, noch weitere Räder in unserer Nähe zu schlucken." Walter Renninger bot an, vor Ort die jetzigen Beeinträchtigungen zu erleben, um sich selbst ein Urteil zu bilden.
"Unsere Grundstücke und Häuser haben an Wert verloren. Naherholung und Freizeitmöglichkeiten sind beeinträchtigt. Natur und Heimat sind für uns alle wichtig", begründeten die Anwohner ihre strikte Ablehnung und kündigten an, mit allen Mitteln die beiden weiteren Anlagen zu unterbinden. Die könnten höchstens weiter entfernt entstehen.


Gaststätten-Umfeld Müllhalde

In dem Zusammenhang kam die Situation der ehemaligen Gaststätte Schwarze Pfütze zur Sprache. Das Umfeld werde inzwischen als Müllhalde genutzt, klagte Wladimir Kashawar. Das Gebäude selbst verfalle mehr und mehr. Ziegeln und Verputz stürzten herab. Der Gang zur Bushaltestelle sei mehr und mehr riskant, ergänzten Manuel Wissel und Bianca Renninger.

"Wir teilen die Sorgen, können aber nicht in Eigentumsrechte eingreifen und beispielsweise einen Bauzaun aufstellen", machte der Bürgermeister klar und ergänzte, dass Sorgen um die Sicherheit an das Landratsamt als zuständige Behörde weitergegeben würden.


Bürgern stinkt Hundekot

Walter Wetterich bat, den Holzeinschlag zu mindern. "Basis ist der Hiebsatz, der im Waldwirtschaftsplan festgelegt ist. Dem hinken wir hinterher. Raubbau vermeiden wir selbstverständlich", sicherte der Bürgermeister zu. Eugen Renninger bat, die Stufen am Haupteingang zum Friedhof mit Geländer zu sichern. Mehrfach seien Personen gestürzt. Der Bürgermeister sagte Abhilfe ebenso zu wie zu Schäden an der Einfriedung des Löschweihers an der Weth, auf die Christoph Herbst verwies. "Viele Flächen sind durch Hundekot verschmutzt. Auf Gehwegen muss man aufpassen, nicht in die Sekrete zu treten. Öffentliche Abfallbehälter fehlen", bemängelte Anika Suckfüll. "Wir können weiterhin nur an die Hundehalter appellieren, die Hinterlassenschaften mitzunehmen.

Dem Einzelnen verbleibt die Möglichkeit der Anzeige, da das Zurücklassen ein Verstoß gegen das Abfallrecht ist", entgegnete der Bürgermeister. Eugen Schmitt beklagte das Rasen vornehmlich in der Unteren Dorfstraße trotz 30 Kilometer-Anordnung und schlug eine Geschwindigkeits-Messstation vor. "Wir können nur die Polizei um Kontrollen bitten", erwiderte Kuhn. Er würdigte das tolle Abschneiden Rottershausens bei "Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden" mit dem Sieg auf Kreisebene. "Machen Sie in diesem Jahr wieder engagiert mit, wenn die nächste Runde auf Bezirksebene wartet. Es lohnt sich, Sie können nur gewinnen", ermutigte er. Ortsreferent Dieter Werner ergänzte, wieder in den Arbeitskreisen mitzuwirken und im Frühjahr mit Anpflanzungen Gärten und Grünflächen aufzuwerten. Die nächste Besprechung findet am 21. April, 19 Uhr, im alten Rathaus statt.


Zahlen und Fakten in Rottershausen

Zahlen: 900 Einwohner nach 41 Zu- und 31 Wegzügen sowie 5 Geburten und 9 Sterbefällen, eine Zunahme von 6 Personen; 60 gemeldete Gewerbebetriebe im Ortsteil

Ehrung: Altbürgermeister Siegfried Erhard erhält für seine außerordentlichen Verdienste um die Gemeinde in 24 Jahren als Bürgermeister und zuvor zwölf Jahre als Gemeinderat die Ehrenbürgerwürde.

Maßnahmen und Planungen: B 286 neu mit Anschluss als Kreisverkehr an Staatsstraße 4465 (B 19) in Planung, weiterer Verlauf als Kreisstraße mit Ausbau nach Rannungen/Maßbach offen; Breitbandanschluss für Schwarze Pfütze, Waldsiedlung und Bahnhof Rottershausen auf 50 Mbit/sek. verbessert, ausgeführt von der Deutschen Telekom; neue Tore am Feuerwehrhaus installiert; Planungen zur Sanierung der Domstraße, Ausschreibung in 2018.