Aus den Lautsprechern ertönt die Stimme des bekannten Country-Musikers Garth Brooks. Die rund 25 Personen im Sportheim des TSV Nüdlingen stehen in mehreren Reihen hintereinander legen mit ihren komplizierten Schrittfolgen los. Wenn man den Tänzerinnen und Tänzern so zuschaut, wirkt der "Line-Dance", der hier gerade vorgeführt wird, sehr leicht. Wenn man jedoch selbst mitmacht, so merkt man erst, wie sehr man sich konzentrieren muss, um die einzelnen Figuren richtig zu machen. Beim ersten Mal klappt dies jedoch natürlich noch nicht, und man muss schon oft trainieren, bis die Figuren so leichtfüßig wie bei den Tänzerinnen wirken.
Seit April wird im Vereinsheim des TSV diese besondere Tanzform geübt, schließlich soll am Freitag, 7. Oktober, alles reibungslos klappen. Dann gibt es im Sportheim des TSV Nüdlingen nämlich die Country-Night, wobei auch Country Gabi auf ihrer Gitarre Live-Musik für Jung und Junggebliebene bietet, sowohl Country-Musik als auch Disco-Oldies. Die Line-Dance-Gruppe um Trainerin Gisela Hein wird dann eine Auswahl ihrer Tänze zum besten geben.


Nur zwei Männer sind dabei

Bis es soweit ist, ist man konzentriert am Proben. Warum aber eigentlich Line-Dance? "Man braucht keinen Mann dazu", schmunzelt die Trainerin Gisela Hein aus Oberthulba. Tanzpartner zu finden sei sehr schwer und diese Annahme wird durch die Tatsache bestärkt, dass bei der Line-Dance-Gruppe in Nüdlingen nur zwei Männer mitmachen.
In jedem Fall macht das Line-Dancing sehr viel Spaß. Kerstin Schlembach und Ines Giese aus Bad Bocklet sind hellauf begeistert. "Ich mag beim Line-Dance die Musik sehr gerne" sagt Giese. "Man steht auf der Tanzfläche nicht allein und außerdem ist das Tanzen sehr lustig", erklärt Schlembach ihre Motivation. Neben dem Spaß und der guten Musik gibt es aber noch eine Sache, die für die Tänzerinnen und natürlich auch Tänzer wichtig ist: "Line-Dance ist auch so etwas wie Gehirnjogging", sagt Gisela Hein. Und wenn man das erste Mal einen vom Schwierigkeitsgrad her leichten Tanz mitmacht, so kann man dies hautnah erleben: Wann genau muss jetzt der rechte Fuß zwei Schritte machen und wird die Drehung jetzt links- oder rechtsherum ausgeführt? Wieder und wieder muss man die einzelnen Schritte im Kopf durchgehen, bis sie sitzen.
Schön findet Kerstin Schlembach auch, dass Personen jeden Alters beim Line-Dance mitmachen können. Hat man erst einmal einige Schritte gelernt und ist auf den Geschmack gekommen, dann geht es eigentlich erst richtig los.


Vielfaches an Kombinationen

"Der kleinste Tanz umfasst 16 Schrittfolgen, Profis bauen in einen Tanz ein vielfaches an Kombinationen ein", weiß Gisela Hein aus Erfahrung. Dabei übernimmt sie als Trainierin die Choreografie nicht selbst: Die ist bei jedem Lied vorgegeben. Und dass man Line-Dance nicht nur zu Countrymusik machen kann - auch das zeigen die Tänzerinnen und Tänzer an diesem Abend. Jonny Cash darf natürlich nicht fehlen, aber auch zu den Klängen des "King of Rock 'n' Roll" lässt sich hervorragend tanzen. "Wir sind musikmäßig breit aufgestellt, so dass für jeden etwas dabei ist", ist Hein überzeugt.


Auf der ganzen Welt bekannt

Dabei ist man kosmopolitisch unterwegs, wie Ines Giese bestätigt: "Line-Dance ist auf der ganzen Welt bekannt und man kann auch mittanzen, wenn man die vor Ort gesprochene Sprache nicht versteht". Natürlich braucht es einiges an Übung, bis die einzelnen Tänze absolut synchron sind. "Man muss die Tänze auswendig können", erklärt Schlembach. Wenn man nicht mehr über die Schritte nachdenken muss, dann ist man auf dem richtigen Weg. Wer einmal selbst Line-Dance ausprobieren will, hat bei der Country-Night Gelegenheit dazu. Diese findet am Freitag, 7. Oktober, ab 20 Uhr im Sportheim des TSV Nüdlingen statt. Dazu gibt es Musik mit Country Gabi. Wer an diesem Abend keine Zeit hat, der kann auch einfach bei den Übungsabenden vorbeikommen und dort beim Line-Dance mitmachen. Geübt wird jeden Mittwoch ab 19.30 Uhr im Sportheim des TSV Nüdlingen.