Ein "Tag der offenen Tür" fand in der Heimatstube von Heinrich Muth in Katzenbach statt. Dort sind in einer Dauerausstellung zahlreiche Objekte zu sehen, die in jahrzehntelanger Arbeit zusammengetragen worden sind.
Fasziniert von der Präsentation ist Brigitte Herold. Die Winkelserin kennt viele der ausgestellten Objekte noch aus ihrer Jugend. "Man merkt, dass hier mit viel Liebe zu Werk gegangen wurde", sagt sie. Man werde in der Ausstellung in eine ganz andere Welt entführt, in der man zwar weniger Geld hatte als heute, dafür viel mehr Zeit. "Wenn ich das alles so ansehe, werden bei mir Kindheitserinnerungen wach." Natürlich seien die damaligen Zeiten nicht leicht gewesen - oft habe man altes Brot essen müssen, das, um es weicher zu machen, in nasse Tücher gehüllt wurde. "Dennoch kann man hiervon viel lernen - gerade in der Überflussgesellschaft."

Dass man etwas lernt, dafür sorgt Heinrich Muth. So habe er bereits eine Schulklasse durch seine Ausstellung geführt. Seit rund 40 Jahren ist er Sammler und hat vieles zusammengetragen. "Viele haben angerufen und gefragt, ob wir an Objekten interessiert sind.". Ihn faszinierten früheren Zeiten. "Wenn man sich die Werkzeuge ansieht ist es erstaunlich, welche Ideen die Menschen hatten, um sich den Alltag zu erleichtern." Damals zielte man darauf ab, alles möglichst lange zu verwenden - ein Gegensatz zur Wegwerfgesellschaft. Als Monteur bei der Telekom erlebte er diesen Wandel: Sei die heutige Technik meist dazu konzipiert, nur einige Jahre zu halten, so können Telefone aus den 70er und 80er Jahren noch heute verwendet werden.

Der Schwerpunkt liegt auf Objekten aus den vergangenen 100 bis 200 Jahren. Sie sind beschriftet. Dabei hat Muth darauf geachtet, dass die mundartliche Bezeichnung erhalten bleibt. Was ein "Züggelichautomat" ist, kann man sich noch erschließen. Dass eine "Windosse" als Windachse an einem Heuwagen ein ganz spezielles Teil war, wohl nicht mehr so leicht.

Heinrich Muth gibt auf Anfrage Führungen. "In 30 Jahren wurden rund 1500 Objekte zusammengetragen, die auf rund 300 Quadratmetern präsentiert werden." Dabei ist es ihm wichtig, die Dinge dort zu präsentieren, wo sie zum Einsatz kamen.

"Die Ausstellung lebt aus der Vergangenheit heraus" sagt Muth. Ein interessantes Detail ist, dass viele der Ausstellungsstücke noch von Heinrich Muth und seinen Mitstreitern in deren Kindheit verwendet worden sind. So ist ein besonderer Bezug zur Zeit und zum Ort gegeben.

Wer die Ausstellung einmal selbst in Augenschein nehmen will, kann dies an den nächsten zwei Wochenenden tun. Darüber hinaus wird sie bei Bedarf geöffnet. "Einfach bei mir anfragen", sagt Muth. Besonders eingeladen seien Schulklassen.