Der Angeklagte hatte die Frau aus Bad Salzungen im Herbst 2008 über eine Zeitungsanzeige kennen gelernt. Die beiden begannen eine Beziehung. Im Herbst 2009 lieh sie ihm mehrmals Geld, unter anderem für einen Autokauf und eine Mietkaution. "Ich habe ihm blind vertraut. Aber so ist das in einer Beziehung, da vertraut man sich einfach", sagte die Ex-Freundin vor Gericht aus.
Er versprach ihr stets, seine Schuld so bald wie möglich zu begleichen. Anfangs habe er noch drei Monatsraten gezahlt, danach erhielt sie kein Geld mehr. Stattdessen hörte sie ständig neue Ausflüchte und wurde auf später vertröstet. Im Februar 2011 erstattete die Thüringerin schließlich Anzeige. Bis heute hat sie 1050 Euro zurückerhalten. "Wenn ich von seinen Schulden gewusst hätte, hätte ich ihm nichts geliehen", sagte die Betrogene. Er habe ihr nichts von seinen finanziellen Problemen erzählt. Im Gläubigerverzeichnis stehen immerhin rund 160 000 Euro Schulden.

Angeklagter schwieg


Der Angeklagte machte selbst keine Angaben zu den Betrugsvorwürfen. Er gab lediglich zu, seine Ex-Freundin telefonisch beleidigt zu haben. Neben einem umfangreichen Gläubigerverzeichnis hat er auch zahlreiche Eintragungen im Pfändungs- und Schuldenregister vorzuweisen. Ebenso ist der Mittfünfziger bereits mehrfach einschlägig vorbestraft. Davon sind zwei Bewährungsstrafen noch offen: So erhielt er eine Haftstrafe von fünf Monaten wegen Betrugs. Zum Tatzeitpunkt führte der Angeklagte eine weitere Beziehung. Dieser Frau schuldet er ebenfalls mehrere tausend Euro.
Die Verteidigung forderte Freispruch. Es habe nicht nachgewiesen werden können, dass der Beklagte von vornherein die Schulden nicht habe begleichen können. Das Gericht schloss sich indes der Forderung der Staatsanwaltschaft an und verhängte eine Hafstrafe von neun Monaten, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Frauen bekommen Geld


Als Auflage muss der Betrüger 750 Euro an den Verein "Frauen helfen Frauen" sowie 750 Euro an seine Ex-Freundin zahlen. Außerdem hat er zehn Termine bei einer staatlichen Schuldnerberatung zu besuchen. Die Richterin begründete ihr Urteil damit, dass der Angeklagte "über seine Zahlungsfähigkeit hinweg getäuscht" habe. Er hätte angesichts seines Schuldenberges klarstellen müssen, dass er sehr wahrscheinlich nicht zahlen könne. bbb