Sie nennen sich "BK-Kidz". Wer sie sind, sagen sie nicht. Aber sie bezeichnen sich selbst als "Künstler/innen", die allem Anschein nach die Stadt "verschönern" wollen. Mit Graffitis. Das hat die Gruppe jedenfalls am Donnerstag in einer E-Mail an die Redaktion dieser Zeitung angekündigt.
Die "BK-Kidz" erklären in ihrer Nachricht "die freien Flächen dieser Stadt zur Kunst- und Diskussionsfläche für alle". Die Begründung liefern sie auch gleich mit: "Denn die Stadt gehört den Bürgern. Demzufolge sollte die Stadt auch von diesen gestaltet werden und nicht von irgendwelchen überbezahlten Künstler/innen, die vom Stadtrat dazu auserkoren wurden".


Erstes Graffiti am Fahrradweg

Und wie wollen die "BK-Kidz" die Stadt verschönern? Ein erstes Beispiel haben sie angefertigt: Im Tunnel des Fahrradweges zwischen Bad Kissingen und Arnshausen. Die Geodaten für den Ort des Geschehens liefern die "BK-Kidz" in ihrem E-Mail gleich mit. "Dort wurde die einst triste graue Wand nun um einen Beitrag bereichert", schreiben sie. Vor Ort findet man eine Erklärung der "Kidz" zum Thema Flüchtlinge auf die blanke Betonwand gesprüht. Keine rechten Parolen gegen die Aswylbewerber, sondern eine pro. Ein Message, die für offene Grenzen spricht. Die vermeintlich jungen Leute sprechen sich dafür aus, Flüchtlinge bei uns aufzunehmen. Die "BK-Kidz" mögen mit ihren Statement heere Ziele haben, im realen Leben haben sie allerdings ein Problem mit dieser Art ihrer Meinungsäußerung: Sie haben eine Sachbeschädigung begangen. Und die Polizei wird da eingreifen.


"Das scheint neu zu sein"


Bekannt sind die "BK-Kidz" Polizeirat Stefan Haschke, dem Leiter der Bad Kissinger Polizeiinspektion, bislang noch nicht. "Das scheint mir neu zu sein", antwortete er auf die Frage, ob in der Stadt oder in der Umgebung eine Sprayer-Gruppe namens "BK-Kidz" bekannt sei. "Der Sache gehen wir nach", erklärte er, der Tatbestand der Sachbeschädigung sei gegeben und der Ankündigung der Gruppe, in dieser Art und Weise weiter aktiv zu bleiben, müsse man begegnen. In der Polizeiinspektion gebe es einen Sachbearbeiter, der auf Graffitis und Sprayer spezialisiert sei, die Polizei werde diesbezüglich ermitteln.


Es soll weiter gehen


Bei dem Graffiti am Radweg nach Arnshausen soll es nicht bleiben. Die Gruppe selbst kündigte an, dass "der politische Diskurs im öffentlichen Raum ... kaum vorhanden" sei. "Das wollen wir ändern", kündigt man an, wohl mit weiteren Graffitis. Darüber dürfte die Stadt Bad Kissingen nicht sonderlich erbaut sein. Pressesprecher Thomas Hack sagte auf Nachfrage, dass die Gruppe "BK-Kidz" nicht bekannt sei. Mit Graffitis hätte man in der Vergangenheit wenig Probleme gehabt. Hin und wieder wäre ein Fall bekannt geworden. In allen Fällen habe man die Verursacher ermitteln können. Die Graffitis wurden auf deren Kosten dann entfernt. Zum konkreten Fall konnte er sich nicht äußern, da er erst durch die Nachfrage der Redaktion davon erfuhr. Neu sei allerdings, dass eine Gruppe Sprayer die freien Flächen in der ganzen Stadt für sich reklamiere.