Drei Lastwagen voller Hilfsgüter schickt das Hotel Frankenland nach Rumänien und in die Ukraine. Die ersten zwei gingen am Donnerstag auf die zweitägige Tour, der dritte folgt in einer Woche. Organisator ist die evangelische Kirchengemeinde Königssteele in Essen. Es ist nach 2010 die zweite Hilfslieferung dieser Art des Kissinger Großhotels.
Fünf Stunden lang schuftete ein Dutzend starker Männer des Hotels, um die beiden Lastwagen mit 370 Matratzen, 4000 Teilen Porzellan und 500 Möbelstücken zu beladen. Wegen der Übermenge musste für kommende Woche sogar ein dritter Lkw organisiert werden. Die Matratzen, die - nicht einmal fünf Jahre alt - im Hotel gegen neue ausgetauscht wurden, gehen alle über Ungarn in die Ukraine. Die beiden anderen Lastwagen werden nach Rumänien geschickt.

Viele noch neuwertig

"Die Möbelstücke stammen aus unserem Ersatzlager und wurde noch nie gebraucht", weist Hotelgeschäftsführerin Andrea Hergenröther auf die Neuwertigkeit der 500 Tische, Stühle und Sessel hin. Dasselbe gilt für einen großen Teil der 4000 Teller, Tassen und Schüsseln, alle mit elegantem Goldrand-Muster verziert. "Vieles war noch originalverpackt." Doch das Hotel hat dafür keine Verwendung mehr. "Wir müssen unsere Ausstattung alle paar Jahre gegen Moderneres austauschen, um immer topaktuell dem Zeitgeschmack unserer Kunden gerecht zu werden."
Peter Hildebrand aus Bochum, der schon seit Jahren eine Zweitwohnung in Bad Kissingen besitzt und ebenso lange die Hoteliersfamilie Hergenröther kennt, hörte von den Austauschplänen und stellte den Kontakt zur evangelischen Kirchengemeinde Königssteele in Essen her. Deren Kirchenvorstand Wulf Carstensen organisiert schon seit 20 Jahren regelmäßig Hilfstransporte nach Rumänien und seit einigen Jahren auch in die Ukraine. "Die Hilfsgüter werden gezielt an Krankenhäuser, Altenheime, Waisen- und Kinderheime verteilt", erzählt der Essener Rechtsanwalt, der bereits Ehrenbürger der Gemeinde Vaida im Nordwesten Rumäniens ist. Von dort werden die Hilfsgüter an hilfsbedürftige Heime im ganzen Land verteilt.
Hotelgeschäftsführerin Andrea Hergenröther freut sich, in Carstensen einen erfahrenen Partner gefunden zu haben. Zwar unterstützt das Frankenland alljährlich örtliche Einrichtungen mit kleineren Spenden, aber eine Spende dieser Größenordnung gab es nach 2010 erst zum zweiten Mal. Vor fünf Jahren war es die alte Restaurant-Ausstattung. "Es ist doch gut zu wissen, dass die Hilfsgüter auch dort ankommen, wo sie wirklich gebraucht werden", freut sich Hergenröther. Das sieht Organisator Carstensen genau so. "Das ist ein wahrhaft unschätzbarer Wert", sagt er in Bezug auf Art und Menge und denkt dabei an die dankbaren Empfänger in Rumänien und in der Ukraine.

Transportkosten übernommen

Besonders dankbar war er für die Übernahme der gesamten Transportkosten in Höhe von 3000 Euro durch das Hotel Frankenland. "Das ist nicht selbstverständlich."