Mit dem Frankenlied eröffnete das Bad Kissinger Jugendmusikkorps die Jubiläumsfeier des Bauunternehmens Otto Heil in Eltingshausen anlässlich seines 110-jährigen Bestehens. Etwa 400 Gäste aus Wirtschaft, Berufsverbänden und Politik überbrachten den Firmenchefs Peter und Christoph Heil sowie allen 240 Mitarbeitern ihre Glückwünsche.

Hatte Peter Heil mit dem Lied der Franken die Heimatverbundenheit und das Wissen um die Unternehmenshistorie untermalt, setzte er mit der direkt nachfolgenden Europa-Hymne ein deutliches Zeichen für die Zukunft. "Es gibt keine Alternative zu Europa. Europa sichert unsere wirtschaftliche Stabilität", rief der Bauunternehmer seinen Gästen zu. Deutschland mit seiner Ingenieurskunst sei "die Drehscheibe in Europa".

Allerdings, meinte Heil, schaffen die Medien mit Berichten über den deutschen "Bauboom mit Rekordumsätzen" ein völlig falsches Bild. "Die Rendite im deutschen Baugewerbe beträgt gerade mal zwei Prozent. Das ist immens wenig", kritisierte der Unternehmer.

Doch nicht allein Umsatz und Gewinn, auch "der Faktor Mensch" sei entscheidend für die unternehmerische Entwicklung. "Im Landkreis haben wir noch eine relativ gute Situation", sagte er. Die Treue zum Arbeitgeber Otto Heil ist bezeichnend für ein gutes Betriebsklima, wie abschließend die Ehrung von 25 Mitarbeitern mit 25- und sogar 40-jähriger Firmenzugehörigkeit zeigte. "Wir sind stolz darauf, gute Mitarbeiter in unserem Unternehmen zu haben", dankte ihnen der Firmenchef.

Alle fünf Jahre gedenkt die Firmenleitung gemeinsam mit Gästen und Mitarbeitern der Firmengründung durch Engelbert Heil am 1. März 1907. "Wer kräftig arbeitet, soll auch kräftig feiern", meinte Peter Heil. Beispielhaft nannte er einige Fakten seit der letzten Jubiläumsfeier: Das Bürogebäude in Eltingshausen sei inzwischen zweimal erweitert worden. "Nicht nur die Nutzfläche, auch die Zahl der dortigen Mitarbeiter hat sich seitdem verdoppelt." Das Gesamtbruttoergebnis des Unternehmens mit seinen Standorten in Eltingshausen und Taucha bei Leipzig habe sich verdoppelt. "Das Geschäftsjahr 2017 steuert auf ein neues Rekordergebnis zu." Wegen der Vielzahl der Baustellen in ganz Deutschland habe der Fuhrpark statt 1,5 Millionen Kilometer (2012) jetzt 2,5 Millionen im Jahr fahren müssen. Gerade sei man dabei, einen neuen, dritten Firmenstandort in der Metropolregion Rhein-Neckar zu gründen und damit den Wirkungskreis des Unternehmens auszuweiten. "Wir erfinden uns ständig neu."

"Junge Talente zu entdecken", ist eine wichtige Aufgabe des Unternehmens. Nicht wenige der 40 Auszubildenden seit 2012 wurden wegen Bestleistungen von Handwerkskammer oder Freistaat ausgezeichnet. "In den vergangenen 25 Jahren haben wir 270 Azubis verschiedener Berufe ausgebildet." Zur Fort- und Weiterbildung gründete der Familienbetrieb vor drei Jahren die Heil-Bauakademie unter der Schirmherrschaft der parlamentarischen Staatssekretärin Dorothee Bär (CSU).

Die Politikerin würdigte die persönliche Prägung des Unternehmens durch die Familie Heil, deren Heimatverbundenheit sowie deren Wertevermittlung an die Mitarbeiter. Viele der Heil-Azubis seien in Vereinen gebunden und sozial engagiert, sei ihr bekannt. Faszinierend fand Bär die Firmenentwicklung vom kleinen Handwerksbetrieb zu einem der renommiertesten Bauunternehmen Bayerns. Eine Erfolgsgeschichte nannte auch Landtagsabgeordneter Sandro Kirchner (CSU) die Unternehmenshistorie. Das Baugewerbe im Landkreis Bad Kissingen sei das größte innerhalb Mainfrankens. Die Firma Otto Heil sei "ein Unternehmen mit Weitblick, der Branche immer einen Schritt voraus".

Zusätzlich zu den 19 Mitarbeitern, die seit 2012 mindestens 25 Jahre im Unternehmen arbeiten, wurden folgende sechs Mitarbeiter für mindestens 40-jährige Firmenzugehörigkeit geehrt: Udo Hein, Franz Kiesel, Georg Kiesel, Eugen Schlembach, Alois Servatius und Leo Ziegler.