Die Diskussionen über das Zahlbacher Feuerwehrhaus nehmen kein Ende. Schließlich sind nicht alle Bewohner des Ortsteiles für den von der Gemeinde geplanten Abriss des Gebäudes. So auch ein Teil der Zahlbacher Feuerwehr. Nur 23 der 76 Mitglieder des Vereins hatte sich am vergangenen Freitag zur Jahreshauptversammlung versammelt, um eine neue Vereinsführung zu wählen.


Diskussion über Feuerwehrhaus

Benedikt Wehner und Stefan Wehner erhielten als erster beziehungsweise zweiter Vorsitzender das Vertrauen der Versammlung. Im Amt bestätigt wurden außerdem Schriftführer Jens May sowie Kassierer Konrad Kessler, der den Posten schon seit 28 Jahren bekleidet. "Ich kann die Buben doch nicht alleine lassen", kommentierte Kessler seine Wiederwahl.

Als Vertrauensleute wurden Konrad Wehner, Thomas Manger und Daniel Rösser bestimmt. Die Wahlen verliefen zügig und erfolgten durchweg einstimmig, da sämtliche Kandidaten bereits im Vorfeld festgestanden waren. Um so länger dauerte jedoch die Diskussion um das Feuerwehrhaus in der Straße Am Döllengraben.

Angestoßen hatte sie ausgerechnet die neue Vereinsführung. "Wir fragen uns, ob es nicht doch noch eine Möglichkeit gibt, das Gebäude zu erhalten", so Benedikt Wehner. Er und seine Mitstreiter beabsichtigen, erneut das Gespräch mit Bürgermeister Waldemar Bug (ödp) zu suchen. Allerdings räumte Wehner ein, dass sie momentan noch keine konkrete Idee haben, wie das alte Feuerwehrhaus künftig genutzt werden kann. Dennoch wolle man nichts unversucht lassen.

Gemeinderat und Ortssprecher Mario Urschlechter, der als Vertreter für das Ortsoberhaupt zur Versammlung gekommen war, machte der neuen Zahlbacher Vereinsführung aber nur wenig Hoffnung. "Es ist bereits fünf nach zwölf", sagte er.

Die Pläne für den Abriss des Gebäudes seien im Rathaus weit fortgeschritten. "Der Auftrag für die Abrissplanung ist bereits erteilt. So etwas lässt sich nur schlecht rückgängig machen", so Urschlechter. Außerdem könne er nicht nachvollziehen, weshalb weiter zum Thema diskutiert wird. Der Verein habe doch im vergangenen Jahr beschlossen, dass die Gemeinde entscheiden soll, wie es mit dem alten Feuerwehrhaus weitergehen wird.

Zunächst habe die Verwaltung versucht, das Gebäude samt Grundstück zu verkaufen. Jedoch sei das sehr schwierig gewesen und das Bauwerk aus den 50er-Jahren in einem schlechten Zustand: Ziegel fallen vom Dach, Feuchtigkeit ist ins Mauerwerk eingedrungen. "Und dann fallen ja jedes Jahr Kosten an wie Versicherungen und Gebühren für Wasser und Strom", erklärt der Gemeinderat. Die könne man sich somit sparen.


Auch Stimmen für den Abriss

Der ehemalige Zahlbacher Gemeinderat Robert Schmitt, der dem Feuerwehrverein seit 25 Jahren angehört, sprach sich ganz klar für den Abriss aus: "Wir sollten wir den neuen Vorstand nicht mit diesem alten Hut belasten", sagte er. Auch Ehrenvorstand Reinhold Metz schloss sich dieser Argumentation an. "Für wen und was sollte es erhalten werden?", fragte er. Die Feuerwehr brauche es nicht mehr, Fahrzeug und Gerätschaften seien schon seit vielen Jahren am Burkardrother Standort an der Strengen Tür.

Erich Metz, seit 50 Jahren Mitglied im Verein, hingegen war unschlüssig und fragte: "Wie sieht es an der Stelle aus, wenn es abgerissen wird?". Ortsreferent Urschlechter erklärte, dass momentan noch nicht geplant sei, was auf der freiwerdenden Fläche entstehen könnte. Eventuell wolle man sie begrünen. Zudem gibt es den Vorschlag, dort den lebenden Weihnachtsbaum Zahlbachs zu platzieren. Außerdem informierte er darüber, dass inzwischen auch ein neuer Sirenenstandort samt neuem Gerät feststünde. "Wir haben die Zahlbacher Sirene nun auf der Fertigungshalle bei Albert-Haus platziert."

Zum Abschluss der Diskussion schlug der bisherige Vereinsvorsitzende Andreas Metz vor, darüber abzustimmen, ob die neue Vereinsspitze Gespräche mit dem Rathaus führen soll oder nicht. Das Ergebnis: Eine Hälfte der anwesenden Mitglieder sprach sich dafür und die andere dagegen aus.

Einstimmigkeit hingegen herrschte hingegen bei einem anderen Antrag. Metz schlug vor, der Gruppe "Helfer vor Ort" 2000 Euro zu spenden. Der Verein habe ein gutes Polster auf dem Bankkonto und bekäme nur wenige Zinsen dafür, so seine Argumentation. Die Versammlung stimmte dem Vorschlag zu. Als letzte Amtshandlung konnte der scheidende Vorsitzende Andreas Metz noch eine Neuaufnahme vollziehen. Florian Wehner hatte in den vergangenen Monaten das 18. Lebensjahr vollendet und wurde in den aktiven Dienst aufgenommen.