Ein einschneidendes Erlebnis für die Reiterswiesener Feuerwehr war der Brand bei der Gärtnerei Gicklhorn. "Es berührt zum einen, weil es im Dorf so nah erfahrbar war, und zum anderen, weil man die Familie Gicklhorn kennt", sagte Kommandant Bernd Ort bei der Jahreshauptversammlung der Wehr. Ansonsten zog Ort ein zufrieden-stellendes Resümee: Die Reiterswiesener Feuerwehr sei eine schlagkräftige Truppe und kenne keine Nachwuchsprobleme.

241 Mitglieder zählte der Feuerwehrverein 2013, darunter 84 aktive Wehrmänner. Der Jugendfeuerwehr gehörten 22 Jugendliche an, darunter sechs Mädchen. Mit 88 fördernden Mitgliedern ist auch dieser Anteil relativ hoch.

2013 wurde die Wehr zu 34 Einsätzen gerufen. Dazu zählten vier Brandeinsätze, fünf techni-sche Hilfeleistungen, elf Fehl-alarme und 14 sonstige Tätigkei-ten wie Verkehrsabsicherungen.

Stolz ist Jugendwart Lothar Kiesel, der sein Amt von seinem Vorgänger Stephan Zimmermann übernommen hatte, auf die Erfolge der Jugendlichen. So hatten zehn Jugendliche das Leistungsabzeichen "Deutsche Jugendflamme" in Silber und vier Jugendliche als erste im Landkreis die Stufe Gold abgelegt. Dank der großen Personalstärke an Jugendlichen konnte eine zweite Jugendgruppe in Dienst gestellt werden. Da die räumliche Enge des Feuerwehrhauses laut Kiesel die Jugendarbeit erschwert, sei geplant, mit einem Anbau ans Feuerwehrhaus mehr Platz zu schaffen.


Engagement ist wichtig

Seit einem Jahr ist Bernd Ort Kommandant und Vorsitzender des Feuerwehrvereines. Er betonte, dass man, um eine funktionierende und schlagkräftige Feuerwehr führen zu können, einen gut organisierte Vorstand, eine aktive und gut ausgebildete Einsatztruppe und hilfsbereite, vereinsorientierte Mitglieder benötige.

Ebenso wichtig seien aber auch eine generationenübergreifende Altersstruktur und entsprechende Querverbindungen. "Ich denke, dies hat in unserem Verein und auch in der Organisation Feuerwehr Reiterswiesen Vorbildcharakter. Alt und Jung helfen bei Feueralarmen und Arbeitseinsätzen zusammen, feiern aber auch gemeinsam Feste und sind fröhlich miteinander", so Ort.


Kommandant besuchte Kurs

Für den Kommandanten war 2013 ein arbeitsreiches Jahr. "Langsam findet man sich in das Amt ein. Feuerwehrtechnisch ist es einfach gewesen, aber die Verwaltungsarbeit macht manchmal Schwierigkeiten", sagte Ort. Geholfen habe ihm der Kurs "Leiter einer Feuerwehr" an der Feuerwehrschule in Würzburg. "Hier wurde man an die Aufgaben eines Kommandanten herangeführt", so Ort.

Ein Höhepunkt seiner bisherigen Amtszeit sei gewesen, dass acht neue Jugendliche für die Feuerwehr geworben wurden und eine zweite Jugendgruppe eröffnet werden konnte.

"Es ist immer ein mulmiges Gefühl, wenn man zu einem Brand gerufen wird. Auf der Fahrt überlegt man sich, was einen wohl erwartet - sind auch Personen betroffen, so wie beim Brand an der Schwarzen Pfütze?", so Bernd Ort. Erst in zweiter Linie denke man an sich. Erst am nächsten Tag würde man alles erst so richtig verarbeiten. "Vieles wird einem erst jetzt bewusst - in welcher Gefahr man sich selbst befunden hat oder was hätte noch passieren können.

Der Beweggrund, warum ich bei der Feuerwehr bin, ist, dass man etwas Richtiges und Wichtiges macht - man kann Menschen helfen", sagte Kommandant Bernd Ort nachdenklich. Dass es noch viele andere Menschen gibt, die genauso denken wie der Kommandant, zeigte der Punkt "Ehrungen und Ernennungen". Für 60 Jahre Vereinsmitgliedschaft wurden Siegfried Kiesel (Kissinger Straße 20), Werner Greubel, Albin Kiesel, Kurt Albert und Adolf Moritz ausgezeichnet.

Zum Feuerwehrmann wurden Lukas Hofer, Benedikt Schmitt, Sandro Simon und Manuel Thurn ernannt, zum Oberfeuerwehrmann Timo Kuchenbrod und zum Hauptfeuerwehrmann Alexander Bauer.