Sie beschäftigten sich intensiv heuer mit dem Thema "Essstörungen". Zum fünften Mal seit Bestehen der Klinik konnte die Chefärztin der Klinik, Prof. Dr. Claudia Mehler-Wex, wieder hochkarätige Referenten neben den Teilnehmern begrüßen. Dies teilte die Klinik in einem Pressetext mit.

Claudia Mehler-Wex zeigte sich sehr erfreut darüber, dass nicht nur die Teilnehmerzahl an dieser Veranstaltung in jedem Jahr steigt, sondern auch das therapeutische Behandlungsangebot der Klinik weiter ausgebaut werden konnte. Ein wichtiger Schwerpunkt der Klinik liegt dabei in der Behandlung von Essstörungen wie Magersucht und Bulimie. Nach der Begrüßung gab Prof. Dr. med. Johannes Hebebrand, Lehrstuhlinhaber für Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Universität Essen und einer der wichtigsten Begründer der neurobiologischen Forschung im Bereich Kinder- und Jugendpsychiatrie in Deutschland, als erster Referent einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu den organisch-biologischen Hintergründen von Essstörungen. Er schlug die Brücke zur Praxis, insbesondere im Hinblick auf die Aussagekraft der am Sättigungsprozess beteiligten Hormone Leptin und Ghrelin.

Im Anschluss daran gab der leitende Psychologe der Hemera-Klinik, Dipl. Psych. Wolfgang Deimel, einen sehr anschaulichen und lebendigen Einblick in die psychotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten von Essstörungen mittels der sog. "Schematherapie".

Hierbei handelt es sich um ein neueres Konzept, welches tiefenpsychologische und verhaltenstherapeutische Elemente zusammenfasst und für den individuellen Patienten ein gut fassbares und verständliches Störungsmodell erstellen lässt, mit dem erfolgreich an der Verhaltensveränderung gearbeitet werden kann.

Deimel demonstrierte die Vorgehensweise am Symptom der Leistungsorientiertheit bei Magersucht-Patienten. Die Chefärztin berichtete, dass die Hemera-Klinik derzeit als erste adoleszentenpsychiatrische Klinik Deutschlands nach umfangreichen Fortbildungen aller Berufsgruppen im Frühjahr 2017 die Zertifizierung für Schematherapie erhalten wird.

Dr. Verena Haas, Ernährungswissenschaftlerin der Universität Berlin, sprach anschließend über Energiestoffwechsel und Bewegungsdrang bei Essstörungen, den momentanen Forschungsstand hierzu und die entsprechenden klinischen Herausforderungen. Es ergab sich eine rege Diskussion, in der praktische Handhabungsstrategien in der Therapie erörtert wurden. Prof. Dr. Anja Hilbert, die eine Professur für Verhaltensmedizin an der Universität Leipzig inne hat, rundete den Nachmittag mit einem Vortrag zu den aktuellen Fortschritten in der Psychotherapie von Binge-Eating-Störungen und Bulimia Nervosa ab.

Es blieb festzustellen, dass Binge-Eating-Störungen oft lange nicht als solche erkannt werden und der Weg viel zu selten in psychiatrische Behandlung führt, wo an den speziellen Symptomen (Umgang mit Belohnungsverhalten, Impulsivität, Selbstwertprobleme) zielführender gearbeitet werden könnte.