Felbingers Interesse galt der Spezifität Bad Bocklets, das 2001 den Kurbetrieb vom Freistaat übernommen und in eine kommunale GmbH des Marktes Bad Bocklet umgewandelt hat. "Ich sehe in der Tatsache, dass das operative Geschäft, wie Veranstaltungen, Werbung, Vertretung des Ortes nach innen und außen, in einer Hand liegen, schon erhebliche Vorteile", so Felbinger.
Bekanntlich gehören die Kuranlagen dem Freistaat und die Kommune tritt quasi als Pächter auf. Das Staatsbad Bad Bocklet unterscheidet sich damit erheblich von den übrigen Staatsbädern hinsichtlich der Finanzierung und des Kurbetriebes.
Wie Beck darlegte, finanziere sich das Staatsbad aus den vier Bausteinen Kurtaxe, kommunaler Fremdenverkehrsbeitrag, Festzuschuss des Freistaates und den jährlichen Barleistungen des Marktes in Höhe von rund 150 000 Euro. "Wir rühren uns dann beim Freistaat, wenn es notwendig wird", stellte Bürgermeister und Geschäftsführer Back fest und meinte: "Dann stoßen wir in der Regel auch auf offene Ohren."
Beck machte deutlich, dass Bad Bocklet im Wesentlichen nur die Bestandserhaltung im Fokus habe. In einem zweiten Schritt gelte es die Zukunftsfähigkeit herzustellen und zu modernisieren: "Wir legen Wert auf einen hohen Qualitätsstandard, den brauchen wir aber auch, um bestehen zu können. Gute Qualität ist entscheidend!" Gerade durch die Nachbarschaft mit Bad Kissingen sei dies sehr wichtig. Zusätzlich könne man Synergieeffekte, wie die Nutzung der KissSalis-Therme und die kostenlosen Busverbindungen für die Kurgäste, nutzen.
Hinsichtlich der Zukunftsfähigkeit stehe die Sanierung bzw. die Erneuerung des Kurmittelhauses und damit verbunden das Konzept für Behandlungen außerhalb der Reha auf der Agenda ganz oben und soll demnächst vorgestellt werden, so Back.
Zusätzlich werde in diesem Zusammenhang als Ergänzung die Schaffung einer Wasserfläche an der Fränkischen Saale am Rande des Kurparks anvisiert.
Felbinger hielt die Tatsache, dass im Zusammenhang mit der Erneuerung des Kurmittelhauses das ortsgebundene Heilmittel Wasser wieder in den Focus der Kur in Bad Bocklet rücken soll, für naheliegend und erfolgsversprechend.
Problematisch sieht Felbinger die ihm dargelegten Kürzungen bei den Öffnungszeiten von Schloss Aschach und der Einsparung von Personal durch den Bezirk Unterfranken: "Entweder stellt sich der Bezirk seiner Verantwortung für seine Kulturgüter oder man lässt es. Kultur 'light' ging schon immer in die Hose." red