Es hämmert. Männer rufen sich kurz etwas zu, dann stämmen sie mit vereinten Kräften das Gerüst nach oben. Nun fehlt nur noch die weiße Plane und fertig ist das Bar-Zelt. Rund zwanzig Feuerwehrmänner packen kräftig mit an - und zwar Abend für Abend. Am Pfingstwochenende vom 26. bis 28. Mai 2012 feiert die Freiwillige Feuerwehr Zeitlofs ihr 140. Jubiläum und schon die ganze Woche lang lassen es sich die Kameraden nicht nehmen, selbst alles für das Festwochenende vorzubereiten.
Chef im Haus - oder vielmehr im Festzelt - ist Matthias Hauke. Der 26-Jährige ist der Wassserwart von Zeitlofs, sitzt im Gemeinderat und engagiert sich seit eineinhalb Jahren als Kommandant bei der Feuerwehr. Das muss in der Familie liegen, denn schon Haukes Vater und Großvater setzten sich als Kommandanten bei der Feuerwehr ein. "Sobald ich konnte, war ich mit meinem Vater unterwegs", erinnert sich Hauke an seine Kindheit. Das hinterließ Spuren in seinem Leben und heute ist eines seiner größten Anliegen, selbst junge Leute für die Feuerwehr zu begeistern.
Und das ist auch dringend notwendig, denn immer mehr Vereine reißen sich um immer weniger Jugendliche. So kam es, dass Markus Ullrich, hauptberuflich bei der Berufsfeuerwehr Würzburg aktiv, die Jugendfeuerwehr in Zeitlofs übernahm und plötzlich vor drei Leuten stand. "Es ist einfach keiner mehr da", sagt Hauke. Er ist der festen Überzeugung, dass die Nachwuchsförderung schon viel früher ansetzen müsse. Wenn die Jugendlichen erst mit zwölf Jahren in die Jugendfeuerwehr eintreten dürfen, sei es einfach schon zu spät. Aus diesem Grund wurde im Oktober 2011 die Kinderfeuerwehr gegründet (wir berichteten). Einmal im Monat probieren sich Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren als Feuerwehrmänner und -frauen aus. Das Programm hat eher spielerischen Charakter, gefährlich wird es nur in der Fantasie. Die Begeisterung für die Feuerwehr schweißt die Kinder zusammen und damit steigt die Hoffnung, dass sie später auch als Teenager der Feuerwehr treu bleiben, so Hauke.
Schon sein Vater, Harald Hauke, hat das Problem erkannt und während seiner Amtszeit den Vorschlag gemacht, die sechs Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde zu dreien zusammenzufassen. Dieser Plan wurde allerdings nie umgesetzt. "Irgendwann kommt diese Reform zwangsläufig, allein aus Personalmangel", sagt jetzt der Sohn. Denn auch für die etwa 40 Aktiven nehmen die beruflichen Belastungen zu. Das merken auch andere Vereine. Aber Hauke betont: "Man kann die Feuerwehr nicht mit einem Sportverein vergleichen. Wenn wir nicht mehr da sind, ist das tragisch für jeden Bürger". Käme es hart auf hart, müsste die Gemeinde ihre Bürger zum Dienst verpflichten. Da nimmt die Feuerwehr die Nachwuchsförderung doch lieber in die eigene Hand. Inzwischen kommen 28 Kinder regelmäßig zur Kinderfeuerwehr. "Wenn dieses Projekt scheitert, dann gibt`s echte Probleme", sagt Hauke. "Wenn nicht diese Kinder - wer soll es dann machen?"

Aus dem Festprogramm:

Samstag, 26. Mai Ab 20 Uhr Konzert mit den "Dorfrockern" auf dem Festgelände; Eintritt: 9 Euro.

Sonntag, 27. Mai Festgottesdienst um 10 Uhr mit Fahrzeugweihe. Ab 15 Uhr präsentiert sich die Kinderfeuerwehr.

Montag, 28.Mai Weißwurstfrühstück um 10 Uhr, danach allgemeiner Festbetrieb mit der Möglichkeit zur Blutspende.