Als einen Schwerpunkt im Jahr 2015 hob René Felcht, der sich zehn Wochenstunden um die Belange der Jugend in Nüdlingen und Haard kümmert, das Bemühen um einen "funktionierenden Regelbetrieb" im Nüdlinger Jugendraum hervor. Nachdem dies zwei Jahre lang ohne Erfolg gewesen sei, seien jetzt "ansatzweise" Erfolge sichtbar.
Er habe auch Kontakt zur Nachmittagsbetreuung an der Schlossbergschule aufgenommen, informierte Felcht. In einer Kooperation mit der Schule seien die Renovierungsarbeiten im Jugendraum erfolgt. Bei einer durch Flyer vorbereiteten Versammlung seien die inhaltlichen und zeitlichen Vorstellungen der anwesenden Zwölf- bis 19-Jährigen erfragt worden. Die Räte konnten sich durch Fotos von der Attraktivität des "neuen" Nüdlinger Jugendraums überzeugen. Anklang fand die Eröffnungsveranstaltung bei Pizza und Getränken.
Als teilweise enttäuschend beschrieb der Gemeindejugendpfleger den Zustand der Freizeitsportanlagen. Während sich das Mini-Fußballfeld großer Beliebtheit erfreue, äußerte Felcht deutliche Kritik daran, dass die provisorische Aufstellung einer für den Skaterplatz angeschafften, gebrauchten "Ramp" seitens der Gemeinde - aus Gründen der Sicherheit - beendet wurde. Sie wurde dem Schrott zugeführt. Er kritisierte die oft lange Zeitdauer, bis auf Anliegen der Jugendlichen eingegangen werde. Dies führe zur Resignation. Das Volleyballfeld werde vor allem von älteren Jugendlichen besucht.


In Haard klappt's

Keine Probleme mache der Haarder Jugendraum, bei dem es eine funktionierende Selbstverwaltung gebe. Felcht berichtete über die in beiden Gemeindeteilen durchgeführte Jugendbefragung, die der Bedarfsanalyse diene. Das Interesse an einer Mitsprache habe sich dabei zwar gezeigt, aber je konkreter man geworden sei, umso mehr sei das Interesse wieder gesunken. Zu einer vorbereiteten Jungbürgerversammlung seien gerade fünf Jugendliche gekommen.
Den Räten fiel bei Felchts Bericht auf, dass es bei den Aussagen zuweilen Widersprüche gab. So bemängelten die Jugendlichen das "Vermüllen" von manchen Plätzen, machten sich aber offenbar keine Gedanken um die Verursacher des Drecks. Bürgermeister Harald Hofmann (CSU), äußerte seinen Unmut darüber, dass auf dem auch seitens der Schule als Weitsprunganlage genutzten Skaterplatz häufig Glasscherben durch den Bauhof beseitigt werden müssten, um Verletzungen zu vermeiden.
Über eine begonnene Erfolgsgeschichte konnte der Gemeindejugendpfleger am Ende auch berichten: Das Fotoprojekt zum Thema "Heimat", das zurzeit in Kooperation mit der Allianz Kissinger Bogen und der Gemeindebücherei Nüdlingen durchgeführt wird. Mit dem Medium Fotografie können sich Kinder und Jugendliche gefühlsmäßig ausdrücken, wie sie ihre heimatliche Umgebung erleben.
Felcht nannte als erste Beispiele für das weitgefasste Thema Heimat Fotos über beliebte Spazierwege, Trachten der Heimat oder Fotos vom Lieblingstier einer Teilnehmerin, einem Pferd. Vermutlich im September wird es eine Fotoausstellung, zuerst in Nüdlingen und danach in den Gemeinden der Allianz Kissinger Bogen geben.


Regelmäßig Informationen

Langfristig möchte René Felcht die Konzeption der gemeindlichen Jugendarbeit in Nüdlingen weiterentwickeln, nennt er als sein Hauptziel. Eine gelingende und durchdachte Jugendpolitik sei ein Standortfaktor. Der Gemeinderat beschloss, sich künftig halbjährig vom Gemeindejugendpfleger informieren zu lassen.