Derzeit wird der Bundesverkehrswegeplan 2015 vorbereitet. Unter den Ausbauvorschlägen, die das Land Bayern an den Bund gemeldet hat, befindet sich auch die Ortsumgehung der B 287 in Nüdlingen. Bürgermeister Günter Kiesel sagte dazu in der jüngsten Gemeinderatssitzung: "Für uns ist es wichtig, dass die Ortsumgehung im Bedarfsplan enthalten ist." Auf die Dringlichkeit sollte seiner Ansicht nach immer wieder hingewiesen werden. Er begründete dies mit einem Hin-weis auf das hohe Verkehrsaufkommen im Ort.

So weise die Kissinger Straße derzeit eine Belastung von 10 800 Fahrzeugen pro Tag auf. Hochgerechnet auf das Jahr 2030 seien dies 12 000 Fahrzeuge. Bei einer Ortsumgehung reduziere sich die Verkehrsbelastung auf etwa 4000 Fahrzeuge täglich. Im Gemeinderat kamen auch die geschätzten, hohen Baukosten der Umgehung zur Sprache. Bei einer Länge von 4,6 Kilometern sollen sie mehr als zehn Millionen Euro betragen. Ein Großteil dieser Kosten, ergänzte Günter Kiesel, entstehe durch die vorgesehene Brücke vom Sinnberg über das Nudelbachtal in Richtung Altenberg. Am Ende der Diskussion beschloss der Gemeinderat bei einer Gegenstimme die Aufnahme der Ortsumgehung in den Bedarfsplan. Gleichzeitig votierte das Gremium dafür, von der Talbrücke Abstand zu nehmen.

Außerdem ist die Gemeinde Nüdlingen daran interessiert, sich von einem "Energiecoach" beraten zu lassen. Bereits in der vorhergehenden Gemeinderatssitzung hatte Bürgermeister Kiesel ein an etwa 30 Gemeinden gerichtetes Angebot der Regierung von Unterfranken vorgestellt. Das Energiecoaching zielt auf eine Initialberatung für Kommunen ab sowie auf das Aufzeigen von Möglichkeiten, wie sich Gemeinden aktiv an der Energiewende beteiligen können - mit regionaler Orientierung.

Der Bürgermeister wies darauf hin, dass gerade im Hinblick auf das eigene E-Werk der Gemeinde, die Bemühungen um Windräder und die zahlreichen Photovoltaikanlagen im Ort Nüdlingen große Chancen hätte, ausgewählt zu werden. Dabei sei das Projekt für die Gemeinde kostenlos. Der Energiecoach, werde fünf Tage im Ort sein, sagte der Bürgermeister, und mit den Akteuren - dazu zählen Bürgermeister, Gemeinderat und Verwaltung - in Kontakt sein. "Das ist eine interessante Sache für uns", ergänzte Kiesel.

Dem schlossen sich auch die Gemeinderäte an. Für die Bewerbung der Gemeinde Nüdlingen sprachen sie sich mit 15:0 Stimmen aus. Ergänzt wurde lediglich, dass man die Energiegenossenschaft mit ins Boot holen sollte.